Das Widerrufsrecht gilt per se nur für Verbraucher, also für den klassischen B2C-Endkunden. Von Firmenkunden (Kaufleuten) erwartet der Gesetzgeber, dass er sich mit der Thematik des dienstlichen Bestellens auskennt und setzt andere Kenntnisse voraus. Dementsprechend gilt das Widerrufsrecht eben nicht für Firmenkunden.

In der Praxis ist schwierig auseinander zu halten, ob ein Kunde nun als Endkunde (Privatkunde) oder als Firmenkunde bestellt. Häufig werden Bestellungen in Onlineshops gleich auf den Firmennamen aufgegeben. Dabei spielt es (aus Unwissenheit) oft auch gar keine Rolle, ob der Besteller überhaupt berechtigt wäre, im Namen einer Firma Bestellungen aufzugeben. Die Lebensrealität sieht viel mehr vor, dass berufstätige Endkunden auch schon mal die Firmenadresse angeben, um keine zwei Adressen (Lieferanschrift/Rechnungsanschrift) tippen zu müssen.

Kommt es dann zu einem Widerruf und der Onlinehändler möchte diesen nicht akzeptieren, weil der Besteller als Firmenkunde und nicht als Privatkunde bestellt hat und somit überhaupt kein Widerrufsrecht ausüben könnte, ist der Ärger vorprogrammiert.

Widerrufsrecht per Formularfeld abfragen

Der Onlineshop mysofabed.de geht einen einfachen Weg, um möglichen Auseinandersetzungen vorzubeugen. Bei der Anlage der Kundendaten gibt es ein zusätzliches Auswahlfeld, in dem der Kunde angeben muss (Pflichtfeld), ob er als Privatkunde oder als Firmenkunde agiert. Erst bei Angabe „Firmenkunde“ werden die entsprechenden Felder für den Firmennamen (und Abteilung bzw. Umsatzsteuer-ID) eingeblendet. Durch die explizite Auswahl kann es eigentlich zu keinen Missverständnissen kommen. Der Kunde hat explizit angegeben, nicht als Privatkunde zu bestellen.

Den meisten Onlineshop-Bestellern dürfte der Unterschied vermutlich nicht klar sein. Wenn sich der Shopbetreiber im Zweifelsfall auf das nicht vorhandene Widerrufsrecht beruft, gibt es vielleicht ein böses Erwachen. Ob er darauf besteht, bleibt natürlich dem Händler überlassen. Nichts spricht dagegen, auch Firmenkunden ein Widerrufsrecht einzuräumen. Im Streitfall dürfte die mysofabed-Lösung aber schnell für Klarheit sorgen.

Anmerkung: Ob mysofabed mit dem Auswahlfeld genau dies bezwecken wollte, ist nicht geklärt. Aber selbst wenn nicht: Das zusätzliche Auswahlfeld ist eine gute Möglichkeit, um genau dieses Ziel zu erreichen.

Lesetipp: Wer nicht aufpasst, muss als Händler trotzdem zahlen – Rücksendekosten in der Widerrufsbelehrung

Auswahlfeld Privatkunden/Firmenkunden bei mysofabed.de

Auswahlfeld Privatkunden/Firmenkunden bei mysofabed.de