Pawel Strzyzewski verantwortet den Bereich Entwicklung bei der Aachener AIXhibit AG . Er war an der Integration zahlreicher Warenwirtschaftssysteme auf der Seite des E-Commerce-Dienstleisters beteiligt.

Pawel Strzyzewski

Pawel Strzyzewski

Versandhandels-Software, Warehouse Management-Software und Warenwirtschaft unterstützt alle Abläufe täglichen Shopbetrieb. Wie ändert sich typischerweise der Alltag der Shop-Betreiber mit Einführung der Software?

Erheblich! Durch die Automatisierung werden im Grunde alle bisherigen Prozesse komplett über den Haufen geworfen. Dabei wird der Onlineshop-Betrieb von Grund auf neu aufgebaut. Die Umstellung ist für viele unserer Kunden, die bisher keine Warenwirtschaft im Einsatz hatten oder alle Lagervorgänge manuell ausgeführt haben, natürlich extrem. Aber nach einer kurze Einarbeitungszeit, in der Regel sind es wenige Tage, wünschen sich viele Shopbetreiber, sie wären diesen Schritt eher gegangen.

Warum?

Ganz einfach: Die Bearbeitungszeit für jede einzelne Bestellung sinkt dramatisch. Und „dramatisch“ ist keine Übertreibung. Viele unserer Kunden können ein-, zweihundert Bestellungen pro Tag als One-Man-Show abwickeln, weil ihnen die Software viele Schritte abnimmt. Zahlungseingänge werden automatisch den richtigen Bestellungen zugebucht und diese freigegeben. Packlisten und der digitale Pick-Vorgang machen es möglich, zehn, zwanzig, dreißig Bestellungen auf einmal zu kommissionieren. Und das natürlich fehlerfrei und ohne, dass der Mitarbeiter besonders aufmerksam beim Pickvorgang sein muss. Nimmt er das falsche Produkt aus dem Regal, meldet sich die Software. Da die Software auch die optimalen Laufwege im Lager vorgibt, ist der gesamte Vorgang auch enorm schnell durchlaufen.

Wie sieht die technische Unterstützung im Bestellablauf aus?

Unabhängig vom Verkaufskanal stellt die Warenwirtschaft alle notwendigen Belege zeitnah zusammen. Zu den Belegen zählen dabei nicht nur die Rechnungen oder Lieferscheine, sondern natürlich auch die E-Mails, die an den Endkunden verschickt werden. Das umfasst dann zum Beispiel auch die Informationen, wann die Bestellung das Lager verlassen hat, inkl. Trackingnummer und Link zu DHL oder die Bewertungsaufforderung bei Veristore.

Vorteile haben Endkunde und Händler aber nicht nur beim Kaufvorgang, sondern auch bei der Retourenbearbeitung. Artikel können nach der Sichtprüfung direkt wieder dem Lager zugeführt werden. Belege für Gutschriften oder Teilgutschriften können sofort erstellt werden und die Beträge werden teils automatisch wieder auf dem gleichen Zahlungsweg erstattet, den der Kunde schon bei seiner Bestellung gewählt hat.

Insgesamt ergibt sich für den Händler ein deutlicher Geschwindigkeitsvorteil bei der Bearbeitung von Bestellungen. Was vor der Einführung einer Versandhandelssoftware noch zwei bis drei Tage in Anspruch genommen hat, lässt sich nun innerhalb weniger Stunden oder sogar Minuten bewerkstelligen. Zur Freude des Endkunden, der die schnelle Lieferzeit im Idealfall mit weiteren Bestellungen im gleichen Onlineshop honorieren wird. Bei vielen der von uns betreuten Händlern ist Next-Day-Delivery die Regel und kein Damoklesschwert!

 

Dieses Interview ist auch im Buch Praxiswissen E-Commerce (O’Reilly 2016) erschienen.