Kostenlose Warenproben als Einkaufsanreiz. Vor einiger Zeit haben wir für einen Kunden bei MaxFlags zwei große, bedruckte Flaggen für das Firmengelände bestellt. Eine einmalige Aktion – so häufig kommt das bei unseren Kunden nicht vor. Vor wenigen Tagen hat sich MaxFlags mit einer ungewöhnlichen Warenprobe wieder bei uns ins Gedächtnis gerufen.

Warenprobe als dauerhafter Werbeträger

Große Flaggen braucht man nicht alle Tage. Nachdem wir einen günstigen und zuverlässigen Lieferanten für unseren Kunden recherchiert haben und der Auftrag abgewickelt war, war MaxFlags für uns weiter nicht mehr relevant. Durch eine innovative Werbeidee haben sich die Flaggen-Händler aber wieder ins Gedächtnis gerufen, indem uns eine Warenprobe zugesandt wurde.

 

Wir erhielten eine Europa-Flagge in der Größe 90×60 Zentimeter zugesendet. Daran befestigt war ein 10% Gutschein für die nächste Flaggen-Bestellung. Ein Blick in den Shop offenbart, dass diese Flagge einen Verkaufspreis von 7,95 EUR hat.

Da der Herstellungspreis deutlich darunter liegen dürfte, ist dies für den Anbieter ein interessantes Werbegeschenk. Zum einen wird der Bestandskunde darauf aufmerksam gemacht (beziehungsweise daran erinnert), dass MaxFlags nicht nur individuelle Fahnen produziert, sondern auch zahlreiche fertige Produkte in seinem Shop anbietet. Zum anderen dient die Warenprobe dazu, dem potentiellen Kunden nochmals die Qualität und Verarbeitung der Fahnen nahe zu bringen.

Der Anbieter hat aber nicht alles richtig gemacht. Zwar hat die Europa-Flagge bei mir als Europa-Fan einen festen Platz an meiner Wand gefunden. MaxFlags hat aber auf das Anbringen selbst eines kleinen Werbeetiketts verzichtet, so dass ich in ein- oder zwei Jahren, wenn der Bedarf vielleicht wieder da ist, nicht mehr auf Anhieb weiß, wo die Fahne herkam.

Die Rückseite der Gutscheinkarte ist weitgehend ungenutzt. Hier wäre eine Übersicht über die verschiedenen Flaggentypen interessant gewesen, oder die Abbildung der Bestseller.

Der Gutschein über 10% hat zwar einen dem Produkt angemessenen Wert, ist aber nur bis zum 31.12.2015 gültig. Ob mit so einer kurzen Gültigkeit ein Konversionsdruck erzielt werden kann, wage ich zu bezweifeln. Ganz anders sähe es bei einer Gültigkeit bis zum 31.12.2016 aus – in diesem Falle wäre der Gutschein an meiner Pinnwand gelandet und hätte mich ein Jahr lang an die Firma MaxFlags erinnert.

Bei einem anderen Kunden haben wir beispielsweise empfohlen, dass bestimmte Gutscheine gar kein Ablaufdatum haben. Hier beobachten wir heute immer noch Gutschein-Einlösungen aus dem Jahr 2013 – die entsprechende Postkarte mit dem Code hing also tatsächlich mehrere Jahre an der Pinnwand der jeweiligen KfZ-Werkstatt und erinnerte tagtäglich an die Anhängerkupplungen des Herstellers.

Inventur als Anreiz?

Möglicherweise ist der Grund für diese Werbeaktion aber auch ganz anders gelagert. Der Versand solcher Warenproben leert einerseits das Lager und verursacht anderseits Marketingausgaben, die noch 2015 in die Buchhaltung einfliessen. Kurzentschlossene Käufer, die den Gutschein noch vor Jahresende nutzen, um zum Beispiel eine Flagge als Geschenk zu bestellen, leeren das Lager weiter. Dies macht im Gegenzug die Inventur am Jahresanfang einfacher (und könnte ein einfacher Grund für die kurze Laufzeit des Gutscheins sein).

Checkliste für Onlineshop-Betreiber:

  • Eine Warenprobe kann dauerhaft an den Shop erinnern
  • Vergessen Sie nicht, einen Hinweis auf den Shop an der Probe zu befestigen
  • Je wertiger die Warenprobe, desto positiver der Eindruck
  • Bei Produkten, die selten angeschafft werden oder die lange Recherchezyklen haben, sind zu kurze Gutschein-Laufzeiten hinderlich
  • Unbegrenzt gültige Gutscheine können dauerhafte Werbeträger sein