Wer im Internet einkauft, sollte nicht nur auf eine sichere Zahlweise achten, sondern auch auf deren Preis. Viele Händler belegen Zahlungen per Rechnung, Lastschrift, Nachnahme, Kreditkarte, PayPal und Amazon Payments mit Aufschlägen. Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW in einer Pressemitteilung hin. Grundlage ist eine Stichprobe in 120 Onlineshops. Das Testfeld reichte von Air-Berlin bis Zalando, vom Zoo-Versandhaus bis Amazon. Die Mehrheit der Shops im Check der Verbraucherzentrale (70 von 120) kassiert für mindestens eine Zahlart, jeder vierte gleich für mehrere. Ins Visier nahmen Händler dabei vor allem PayPal, Kreditkarten und den verbraucherfreundlichen Rechnungskauf. Den verteuerte etwa Amazon um 1,50 Euro, Emotion sogar um fast zehn Euro. Auch Kunden die Lastschrift, Amazon Payments oder Giropay bevorzugten, blieben nicht ungeschoren, so die Verbraucherzentrale. In den krassesten Fällen mussten Verbraucher mit Mehrkosten von bis zu 100 Euro rechnen.  Kräftig fürs Zahlen zur Kasse baten vor allem Travel- und Technikshops. So verlangte etwa die Airline Germanwings für Rechnung und PayPal satte 9,90 Euro, bei Abbuchung per Kreditkarte waren sogar „2% des Gesamtpreises“ fällig: je 1000 Euro also zusätzlich 20 Euro.

Kreditkarte und PayPal stehen hoch im Kurs

Als beliebteste Zahlweise, so die Experten der Verbraucherzentrale NRW, entpuppten sich Kreditkarten (108) und PayPal (104), gefolgt vom Kauf auf Rechnung (87). Schon deutlich weniger Fans bei den Shopbetreibern, jeweils knapp 70, hätten dagegen Vorkasse und Sofortüberweisung gefunden. Per Lastschrift und Nachnahme wollten 50 der 120 Shops liefern. Gerade mal zwölf Händler würden Amazon Payments anbieten, für das es ein Kundenkonto beim Versandriesen bräuchte. Ebenso selten tauche Giropay auf, wodurch der direkte Zugriff auf Onlinekonten von Banken und Sparkassen möglich sei. Doch was Händler bevorzugen, tauge oft nur bedingt für die Kundschaft. Deren wichtigste Anforderung „Sicherheit“ würden am besten der Kauf auf Rechnung und die Lastschrift erfüllen, weil beide vor Nicht- oder Falschbelieferung schützen.

„Weg ist weg“ heißt es bei Zahlung per Vorkasse

Der Vorteil beim Rechnungskauf ist darin begründet, dass der Kunde die gelieferte Ware zunächst problemlos prüfen kann, bevor er sie bezahlen muss. Bei der Lastschrift wird der Händler zwar ermächtigt, die Kaufsumme vom Girokonto einzuziehen. Geht beim Kauf jedoch etwas schief, kann der Verbraucher das Geld problemlos innerhalb von mindestens sechs Wochen ohne Angabe von Gründen auf sein Konto zurückbuchen lassen. Als sichere Zahlungsweise bewertete die Verbraucherzentrale NRW zudem PayPal und Amazon Payments. Der einzige Haken: Der Kunde benötige ein zusätzliches Konto und im Falle einer Reklamation seien Regeln penibel einzuhalten. Wer sich hingegen auf das Wagnis einer Vorkassen-Zahlung einlasse, müsse eines wissen: „Weg ist weg“. Sollten Probleme auftreten, müsse das Geld direkt beim Verkäufer eingefordert werden, zur Not vor Gericht. Das sollte der Verbraucher stets einkalkulieren, wenn er per Überweisung oder Kreditkarte, Sofortüberweisung oder Giropay ordern will.

Übrigens: In der Stichprobe fanden sich neben den Bezahl-Klassikern auch diverse Newcomer. Die Versandhäuser Otto und Baur etwa setzten auf die Smartphone-App Yapital, der Reiseveranstalter L’tur favorisierte den Handydienst mpass. Dabei fielen je nach Reisevariante zwischen acht und 15 Euro an. Das hippste Bezahlfeeling durften Kunden bei Uhrzeit.org erleben: Bitcoins. Es ist allerdings mehr als fraglich, ob Verbraucher sich die derzeit heißeste, aber hochrisikoreiche und schwankungsintensive Online-Währung überhaupt zulegen sollten. Immerhin: Wer Bitcoins hatte, zahlte bei Uhrzeit.org ohne Aufschlag.

Weitere Hinweise:

  • Einen Kauf auf Nachnahme gibt es nie gratis. Im Schnitt liegen die Entgelte zwischen fünf und sieben Euro.
  • In vielen Shops bemängeln die Düsseldorfer Verbraucherschützer, dass auf der Startseite ein Link fehle, der zur Erläuterung der Zahlarten und Kosten führt. Bisweilen seien sie allein in den AGB zu finden.