Der Onlinehandel kennt keine Öffnungszeiten: Diese Maxime ist sicherlich einer der größten Vorzüge des E-Commerce. Doch wenn das Kaufhaus niemals geschlossen hat, dann muss auch die begleitende Infrastruktur wie eine gut geölte Maschine laufen; ob das nun die technische IT-Infrastruktur betrifft oder aber die tatsächlichen Mitarbeiter, die Bestellungen bearbeiten und den Versand organisieren. Wenn wir mal von Internetriesen wie Amazon und Co. absehen, die mehrere tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigen und große Logistikzentren unterhalten, dann sind die vielen kleinen Händler (die ihre Waren auf Plattformen wie eBay oder Amazon verkaufen) wahrscheinlich oftmals als Einzelkämpfer unterwegs.

Tippt man die Schlagworte „Onlineshop-Betreiber“ und „Urlaub“ in eine beliebige Suchmaschine ein, führt dies geradewegs in Diskussionsforen und damit auch auf die naheliegenden Fragen, die in diesen Fällen aufgeworfen werden: Was mache ich, wenn ich trotz meines Onlineshops im Sommer mal zwei Wochen in den Urlaub fahren will ohne damit gleich die Kunden zu verprellen, weil mal kein Paket rausgeht? Die erste Maßnahme wäre, diese Information auf der Startseite deutlich sichtbar und mit ausreichend Vorlauf (2-3 Wochen) sichtbar zu machen und die Abwesenheitsnotiz auch so zu platzieren, dass der Kunde sie auch wirklich nicht übersehen kann. Zudem muss die automatische Bestellbestätigung an die Kunden aktualisiert werden. Eine weitere Möglichkeit wäre, dies auch in einem Newsletter an die Kunden zu kommunizieren und die Email-Signatur um diesen Zusatz zu erweitern. Nach dem Motto:

„Lieber Kunde, bitte beachten Sie, dass ab dem 20. Juli bis einschließlich 1. August kein Versand möglich ist. Ihre Bestellungen werden ab dem 2. August wieder umgehend bearbeitet.“

Sommerurlaub - Hinweis auf der Onlineshop-Startseite (1)

Lieferzeiten müssen kommuniziert werden

Doch Vorsicht! Der alleinige Hinweis auf ihre Abwesenheit reicht nicht zu 100 Prozent aus. Onlineshop-Betreiber sind dazu verpflichtet, Kunden über den Zeitpunkt der Lieferung zu informieren. Dies erfolgt üblicherweise über den Punkt „Zahlung und Versand“ oder die Information ist direkt mit dem Artikel verknüpft (Innerhalb von 2-3 Werktagen). Daher müssen über den Zeitraum ihrer Abwesenheit hinweg alle relevanten Stellen im Shop angepasst werden, die auf eine Lieferfrist hinweisen könnten. Kontrollieren Sie am besten zusätzlich ihre AGB darauf, wann in ihrem Shop ein Kaufvertrag tatsächlich in Kraft tritt.
Herbsturlaub - Hinweis auf der Onlineshop-Startseite (1)

Kein Umsatz in der Urlaubszeit

Klar ist: Der eigene Urlaub wirkt auf die Endkunden abschreckend. Natürlich haben Kunden Verständnis für das eigene Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung. Es ist aber kaum davon auszugehen, dass sie auf ihr Produkt warten, bis Sie wieder vom Strand zurück sind. Der Weg zum Wettbewerber ist meist nur wenige Klicks lang. Und im schlimmsten Fall gefällt es Ihrem Kunden dort besser, als bei Ihnen.

Wer seinen Onlineshop nicht komplett „schließen“ will, sollte sich daher um eine Vertretung bemühen. Vielleicht findet sich eine Person innerhalb der Familie oder des Freundeskreises, die sich in der Zeit ihrer Abwesenheit um die eingehenden Bestellungen kümmern kann. Für diesen Fall ist es allerdings auch dringend erforderlich, eine Übergabe zu organisieren und Einarbeitungszeit einzuplanen.

Tipps für den Urlaub:

  • Machen Sie keinen Urlaub. Und wenn doch:
    • Fügen Sie rechtzeitig einen Hinweis auf der Internetseite ein, dass die Bestellungen im Zeitraum „von..bis“ nicht bearbeitet werden.
    • Heben Sie die Abwesenheitsnotiz mit Hilfe eines grafischen Elements hervor und binden Sie die Information in ihre Email-Signatur ein.
    • Aktualisieren Sie die Automatische Bestellbestätigung, die an ihre Kunden gesendet wird.
    • Aktualisieren Sie die Lieferfristen an allen relevanten Stellen im Shop.
    • Kommunizieren Sie ihre Abwesenheit mit Hilfe eines Newsletters.
    • Kontrollieren Sie Ihre AGB.
    • Organisieren Sie eine Vertretung und sorgen Sie für eine ordentliche Übergabe.