E-Commerce Recht und SteuernDieser Artikel ist für Sie wichtig, wenn Sie digitale Produkte oder Dienstleistungen an Privatkunden im europäischen Ausland verkaufen. Gerade haben sich erst die Informationspflichten für den Verkauf von Lebensmitteln im E-Commerce geändert, in zwei Wochen gelten auch neue Regelungen für Elektrogeräte. Da möchten wir direkt die Chance nutzen und nochmal an die Änderungen der Umsatzsteuererhebung für digitale Produkte und Dienstleistungen zu erinnern.

Neue Umsatzsteuer-Regelung nur im Privatkundenbereich

Ab 1. Januar 2015 kommt auf Onlineshopbetreiber, die digitale Produkte oder Dienstleistungen über’s Netz verkaufen, ein kleines Bisschen mehr Arbeit bei der ständigen Umsatzsteuer-Erklärung zu, als bisher. Ab dem Stichtag ist für die Besteuerung von Verkäufen aus Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen sowie elektronisch erbrachte Dienstleistungen für Privatkunden im europäischen Ausland nicht mehr der Ort des Leistungserbringers, sondern der Ort des Leistungsempfängers relevant.

Als Shopbetreiber müssen Sie sich ab dann entweder im Zielland steuerlich erfassen lassen und unterliegen den dortigen Melde- und Erklärungspflichten. Alternativ können Shopbetreiber am sogenannten Mini-One-Stop-Shop-Verfahren teilnehmen. Hierbei werden die steuerbaren Umsätze (daher: Umsatzsteuer), die in einem anderen europäischen Land erbracht werden, gesammelt über das Bundeszentralamt für Steuern gemeldet werden.

Was sich kompliziert anhört, ist für für die meistens Onlineshopbetreiber nichts neues. Ähnliche Regelungen gelten ja bereits für die Ausfuhr von Gütern in die europäischen Nachbarländer, wenn der Kunde Unternehmer ist. Hierbei erfolgt die Lieferung meist Mehrwertsteuer-frei; die Umsätze werden ebenfalls gesammelt an das Bundeszentralamt für Steuern gemeldet und die beteiligten Staaten regeln den Rest unter sich.

Umsatzsteuer: Bleibt alles anders

Und was heißt das für Shopbetreiber und Endkunden nun konkret? Für den Endkunden ändert sich nichts. Der Shopbetreiber wird sich mit dem Thema nur dann auseinander setzen müssen, wenn …

  • … digitale Produkte oder Dienstleistungen ins Ausland liefert
  • … es sich bei den Kunden um Privatkunden (keine Geschäftskunden) handelt
  • … wenn er seine Steuererklärung selbst macht.

In jedem Fall sollten Sie sich zu diesem Thema mit Ihrem Steuerberater auseinander setzen. In den meisten Fällen gibt es (für den Shopbetreiber) nicht viel mehr zu tun, als bisher auch.