Zum 14. Mal lud die Logimat (Internationale Fachmesse für Distribution, Material- und Informationsfluss) in Stuttgart zum Besuch. Zum dritten Mal fand in diesem Rahmen die Spezialmesse Tradeworld statt, deren Aussteller dieses Jahr schon die komplette Halle 6 füllten. Das Team von ecommerce.jetzt hat sich auf beiden Veranstaltungen umgeschaut.

Trend zu autonomen Systemen

Als Fachmesse für alle Arten von Intralogistik – also Transportaufgaben innerhalb einer Organisation – finden sich auf der Logimat zahlreiche Produktbereiche. Beeindruckend wie jedes Jahr die mittlerweile zwei „Gabelstaplerhallen“, in denen Platzhirsche wie Jungheinrich oder Linde, aber auch viele kleinere Hersteller ihre neuesten Produkte zeigen. Interessant hier, dass zunehmend autonome Systeme, also Transport-, Stapel- und Reinigungsfahrzeuge die Läger erobern.

Kärcher Reinigungsmaschinen auf der Logimat

Die Sauberkeit im Lager sollte nicht übersehen werden.

Apropos Reinigung: Gerade Onlineshop-Betreiber, für die das Thema Lageraufbau neu ist, übersehen oft, wie wichtig es ist, das Lager sauber zu halten. Abrieb von Kommissionier- und Hubwagen sowie von Kartonagen überzieht die Waren ansonsten schnell mit einer Staubschicht. Folgerichtig widmete sich fast eine komplette Halle den großen und kleinen Maschinen, die das Lager sauber halten.

Datenbrille und Vibrationsfeedback

Das Lager komplett mit Robotern, autonomen Fahrzeugen und vernetzter Lifttechnik aufzubauen ist heute schon möglich, aber noch recht kostspielig. In den meisten Fällen übernehmen deswegen nach wie vor Menschen die Aufgaben des Einlagerns, Auslagerns, Kommissionierens und Packens. Die chaotische Lagerhaltung hat sich als Standard etabliert – Fachwissen über die Waren ist bei den Lagerarbeitern nicht mehr nötig – in vielen Fällen sogar hinderlich. Wichtig ist jedoch, Fehler beim Picken und Packen zu vermeiden.

Intelligente Warehouse Management Systeme wie JTL-WMS oder pixi* helfen dabei, die Fehler zu minimieren. Der Mensch muss dabei aber noch sehr unterstützt werden. Nach wie vor sind drahtlose Laserscanner hier Stand der Technik. Die klobigen Geräte mit alphanumerischen Punktmatrixdisplays sterben aber langsam aus. Picken mit Fingerscanner und Smartphone oder Tablet wird zum Standard.

Wearable Scanner Handschuh

„Wearables“ halten Einzug im Lager.

Die Logimat zeigte einige interessante Trends in diesem Bereich. So erlebt Google Glass einen späten, zweiten Frühling um über „augmented reality“ den Weg im Lager zu weisen. Interessanter erscheint mir aber die Lösung mittels Scanner-Handschuh, angekoppelt an die Versandhandelssoftware. Fehler werden hier nicht nur über ein rotes Licht, sondern auch über eine Vibration unmittelbar gemeldet.

Ressourcenschonende Verpackung

Der Trend zu sparsamen und recyclebaren Verpackungen geht immer weiter. Zwar gibt es nach wie vor Schrumpf- und Luftpolsterfolie. Gerade der Bereich der Kartonagen bietet aber spannende neue Konzepte, bis hin zu Paletten im Euro-Format, die komplett aus Pappe sind.

Anfänger im E-Commerce unterschätzen oft die Probleme, die Kartonagen mitbringen. Das Falten von Kartons stellt gerade in saisonal hektischen Zeiten einen beträchtlichen Zeitfaktor da. Dieses Problem adressieren Maschinen, die die Kartons automatisch falten oder gar aus Wellpappe-Rollen fertig herstellen. Die Investitionssumme ist hoch, kann sich aber sehr schnell rechnen.

Logimat als Messe für diejenigen, die es ernst meinen

In unserer Beratungspraxis fragen wir potentielle Shopbetreiber immer „Meinen Sie es ernst?“. Der E-Commerce ist reif geworden. Der Shop-nach-Feierabend mag noch in einigen Nischen funktionieren. Will man erfolgreich sein, muss man frühzeitig die Weichen stellen. Die wenigsten Onlineshop-Betreiber brauchen von Anfang an autonome Kommissionierungsroboter. Alle Onlineshop-Betreiber sollten aber wissen, dass es diese Technologien gibt und frühzeitig die Weichen in Richtung Professionalisierung stellen. Hierfür ist die Logimat die richtige Messe.

Die nächste Logimat/Tradeworld findet vom 14.-17.3.2017 auf dem Messegelände Stuttgart statt.