Ich staunte nicht schlecht, als Tereza, eine meiner Agentur-Ansprechpartnerinnen bei Google, im letzten unserer regelmäßigen Telefonate beiläufig einwarf, dass Remarketing nun auch für die Google Suche verfügbar sein. Wie ich im letzten Blogpost erläuterte, werden Besucher einer Website mittels Remarketing identifiziert, um in der Folgezeit auf anderen Websites gezielt Werbung für die ursprüngliche Website einzublenden. Bislang war diese Funktion auf das Display-Netzwerk beschränkt und fand nicht auf der regulären Google-Suchergebnisseite Berücksichtigung.

Such-Remarketing nun für alle verfügbar

Die Idee, Remarketing-Kriterien auch für Anzeigen im Suchumfeld zu nutzen, liegt auf der Hand. Wie bei Google üblich, wurde diese Funktionalität daher einige Monate mit einigen Referenzkunden getestet. Letzte Woche wurde der Betatest dann still und leise beendet – lediglich ein Blogpost verweist auf die allgemeine Verfügbarkeit der „Remarketing Lists for Search“ hin.

Will man die Funktion nutzen, ist ein wenig Arbeit nötig. Google hat das Remarketing für Suchergebnisseiten leider nicht als 1-Klick Lösung eingebaut. Stattdessen verdoppelt man die bisherigen Remarketing-Kampagnen und richtet die Kopie dann gezielt auf die Suche aus. Der Vorteil liegt hierbei in den feineren Steuerungs- und Ausrichtungsoptionen.

Remarketing-Listen

Einsatzszenarien

Werbung im Umfeld der Suchergebnisse war bisher schon sehr zielgerichtet. Wer nach „Anhängerkupplung Dacia Sandero Stepway“ sucht, will genau das – Suchergebnisse für dieses spezielle Automobilzubehör. Mit den neuen Remarketing-Möglichkeiten werden die Werbechancen noch besser, denn Werbetreibende können nun gezielt Interessenten ansprechen, die bereits einmal auf der eigenen Website waren. Statt nun eine gewöhnliche Anzeige auszuliefern, kann man den Interessenten viel gezielter ansprechen. Eine mögliche Methode wäre z.B. den Konversionsdruck durch Anbieten eines Anreizes – Versandkostenfreiheit oder ein Rabattgutschein – zu erhöhen. Auch das Herausstellen weiterer Produktvorteile oder gar das explizite Ansprechen im Stile von „immer noch unentschieden?“ sind denkbare Szenarien, die jedoch sorgsam abgewogen werden möchten.

Konsequenzen

Die Google Suchergebnisseiten sind über die letzten Jahre zunehmend personalisierter geworden. Welche Links man präsentiert bekommt, hängt nicht mehr nur von den Website-Betreibern selbst ab, sondern in zunehmendem Maße auch davon, was Google über jeden einzelnen Nutzer weiß. In gewisser Weise konsequent, schlägt sich dies nun auf die im Suchumfeld präsentierte Google AdWords Werbung nieder. Damit wird die Suchergebnisseite insgesamt noch weiter personalisiert – und noch weniger vergleichbar. Werbetreibende hingegen müssen lernen, die neuen Möglichkeiten zielführend und aggressionsarm zu nutzen, da die Interessenten nach wie vor mitunter empfindlich auf zu starke oder offensichtliche Personalisierung reagieren.