Vor einem Jahr berichteten wir als einer der Ersten über Referrer Spam – das absichtliche Verfälschen von Google Analytics-Auswertungen durch Dritte. Leider hat Google das Problem bis heute nicht in den Griff bekommen. Aber was ist daran denn so schlimm? Wir haben ein sehr einleuchtendes Beispiel gefunden.

 

Google Analytics VerweiszugriffeIm Rahmen eines Website-Audits für einen Kunden untersuchen wir regelmäßig auch die historischen Daten in Google Analytics. Anomalien findet man so sehr schnell – im vorliegenden Fall ist der Referral-Traffic, also die Menge aller Verweis-Besuche von anderen Websites, ausgesprochen hoch. Die Frage ist – was war hier los?

Google Analytics Refferrer Spam ÜbersichtErnüchterung stellt sich ein, wenn man die Quellen der Verweisbesuche anschaut. Schon auf den ersten Blick sieht man, dass Besucherquellen wie 4webmasters.org oder trafficmonetize.org leider nicht qualifizierte Besucher auf die eigene Website bringen, sondern reiner Spam sind. Dieser Referrer Spam verfälscht die Ergebnisse enorm. Um das ganze Ausmaß zu sehen, hilft uns eine weitere Einstellung in Google Analytics.

Referrer Spam erkennen

Google Analytics Referrer Spam Ausmass AnsichtIm Bereich der Tabelle finden Sie vor jeder Zeile eine kleine Checkbox. Klickt man vor jedem Referrer Spam-Ergebnis das Kästchen an und wählt dann unterhalb der Kurve das Feld „Zeilen darstellen“ aus, dann werden die ausgewählten Zeilen mit einer eigenen Kurve dargestellt. Im Ergebnis sieht man auf einen Blick, welch immensen Anteil an den Ergebnissen der Referrer Spam einnimmt.

Im Falle des Kunden mussten wir einen umfangreichen Filter anlegen, mit dem der Anteil des Referrer Spam herausgefiltert werden, damit die echten Verweiszugriffe im richtigen Verhältnis angezeigt werden. Jeder Shopbetreiber ist gut beraten, dieses Phänomen im Auge zu behalten und eigene Filter anzuwenden. Von zahlreichen Gesprächen mit Google Mitarbeitern weiß ich, dass das Problem durchaus bekannt ist. Offenbar ist eine Lösung nicht so einfach, da die Spammer die Kernfunktion von Google Analytics nutzen. Das Thema würde aber durchaus die nötige Aufmerksamkeit bei Google bekommen. Insofern bleibt die Hoffnung, dass in absehbarer Zeit eine Lösung für dieses leidige Phänomen in Google Analytics kommt.