Gutschein oder Rabatt – was Sie Ihren Kunden im Onlineshop anbieten, scheint auf den ersten Blick egal zu sein. Zumindest wenn man den Preisnachlass beim Namen nennt und den umgangssprachlichen Tenor nimmt. Beide bedeuten für Kunden in erster Linie, dass sie weniger bezahlen müssen. Für Shopbetreiber gibt es aber ein paar wesentliche Merkmale, die zu beachten sind. Allein schon, um nicht in die Steuerfalle zu tappen.

Rabatt = Preisnachlass

Rabatt auf ein Produkt oder ein Sortiment ist nichts anderes als ein Preisnachlass. Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf den Flohmarkt und feilschen mit dem Händler um den Preis. Der Händler gewährt nach harten Verhandlungen einen Rabatt, verlangt letztlich also weniger vom Käufer, als zunächst angedacht.

Pauschale Preisnachlässe auf komplette Sortimente oder auf einzelne Produkte und Warengruppen sind in nahezu jedem Umfang möglich, soweit ein paar Grundregeln beachtet werden. Gelockert wurden die Regelungen schon 2001 mit der Abschaffung des Rabattgesetzes. 2004, im Zuge der UWG-Reform, wurde nochmals nachjustiert und Klarheit in Einzelfragen geschaffen.

Zulässig sind nun

  • individuelle Preisnachlässe gegenüber bestimmten Kunden (z. B. nach Preisverhandlung, Feilschen)
  • pauschale Preisnachlässe gegenüber bestimmten Kundengruppen (z. B. Kundenkarte, Vereinsmitglieder, Schüler, Senioren, Mitarbeiter eines bestimmten Unternehmens)
  • (gestaffelte) Mengenrabatte
  • Coupons, Rabattgutscheine
  • pauschale Preisherabsetzung eines ganzen Sortiments („alle Hosen 20 % reduziert“) oder des gesamten Warenbestandes („20 % auf alles“)

Zu beachten ist jedoch, dass die Rabatte zu Beginn des Kaufes transparent sein müssen. Für den Onlinehandel heißt das konkret, dass jede Form der Einschränkung oder Bedingung schon bei der Produktpräsentation angegeben werden muss. Verboten sind hingegen irreführende Werbung, Kopplungsangebote oder unverhältnismäßige Anlockung.

Shopbetreiber können also mit Rabatten (im Volksmund „Gutscheinen“) für Newsletteranmeldungen, mit Preisnachlässen im Rahmen von Abverkäufen oder Nachlässen in Form des ehemaligen Sommerschlussverkaufs werben.

Wichtig bei Rabatten: Im Gegensatz zum Gutschein haben Rabatte in der obigen Form keinerlei Auswirkungen auf die Umsatzsteuer.

Gutscheine sind keine Rabatte

Im Gegensatz zum Rabatt, ist der Gutschein kein einfacher Preisnachlass. Zumindest nicht per Definition. Es kommt in jedem Fall darauf an, wie der Gutschein angepriesen wird. In der Regel werden Käufer einen Gutschein im Onlineshop kaufen, um ihn später wieder selbst oder durch jemand anderen (Geschenkgutschein) einzulösen.

In beiden Fällen wird der Gutschein selbst als Ware erworben, es findet also ein UMSATZ statt, der unter Umständen UMSATZsteuerpflichtig sein kann. Unterschieden werden muss hier zwischen

  • einem Gutschein ohne konkrete Leistung oder Bestimmung
  • einem Gutschein mit konkreter Bestimmung.

Der Gutschein ohne konkrete Bestimmung („Gutschein über 20 Euro“) kann ohne Einschränkung auf das komplette Sortiment angewendet werden. Da der tatsächliche Mehrwertsteuersatz (7% oder 19%) erst beim Kauf einer Ware bestimmt werden kann, wird der Gutschein selbst beim Kauf nicht besteuert.

Wird hingegen eine konkrete Leistung benannt, deren Umsatzsteuersatz auch bekannt ist („Gutschein über 20 Euro für eine Jeans“), dann wird der Gutschein mit dem MwSt.-Satz des Gegenwertes (Jeans, 19%) belegt.

Tipp: Lesen Sie hierzu auch den Artikel 0% Mehrwertsteuer auf Gutscheine, um nicht in die Umsatzsteuerfalle zu tappen und doppelt Steuer zu bezahlen.

Wichtig für Onlinehändler

Ob Sie den Rabatt „Rabatt“ nennen oder den Gutschein „Gutschein“ oder gar den Gutschein „Rabatt“ ist dem Endkunden wahrscheinlich ziemlich egal. Ihm kommt es letztlich nur auf den Preisnachlass an.

Vermeiden Sie aber die beiden folgenden Fehler:

  • Rabatte unterliegen nicht der Umsatzsteuer. Berechnen Sie hierfür jedoch trotzdem Umsatzsteuer, dann führen Sie zuviel Geld an den Fiskus ab.
  • Achten Sie auf die richtige Besteuerung von Gutscheinen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.

Die Thematik „Umsatzsteuer“ ist eine sehr umfangreiche. Hier dargestellt ist der einfachste Fall, der wohl jeden Onlinehändler betrifft. Es existiert jedoch eine Vielzahl von Sonderregelungen, so zum Beispiel bei Nachlässen über mehrere Stufen oder für Vermittler. Im Zweifelsfall fragen Sie den Steuerberater Ihres geringsten Misstrauens.