Das Safe Harbor-Urteil des EuGH hat im vergangenen Oktober für ziemlich viel Wirbel gesorgt. Dank Privacy Shield hat sich das Stürmchen im Wasserglas nun wieder gelegt und Unternehmer und Shopbetreiber können sich wieder um ihr eigentliches Business kümmern.

Ohne die Inhalte des neuen Datenschutzabkommens „Privacy Shield“ auseinander nehmen zu wollen, so haben die neuen Regelungen, die die EU-Kommissarion Věra Jourová am 2. Februar 2016 in Brüssel vorgestellt hat, ein sehr wichtiges Ergebnis gebracht: Die insbesondere von deutschen „Datenschützern“ geschürte Unsicherheit ist mit einem Schlag wieder vorbei. Privacy Shield ist de facto nichts anderes als ein „Safe Harbor 2.0“. Und aus unternehmerischer Sicht ist das auch vollkommen richtig so. Weil wir Dienste wie Netflix, MailChimp, Evernote, Dropbox, Google Drive, Amazon Cloud Hosting, etc. wie bisher nutzen können, ohne mit diesem theoretischen Quatsch gegängelt zu werden.

Jedem, aber auch wirklich jedem ist klar, dass Daten im Internet von allen mitgelesen werden können, soweit sie nicht über eine End-to-End-Verschlüsselung gesichert sind, wie zum Beispiel via PGP bei E-Mails. Und selbst da ist nicht klar, wessen Augen doch mitlesen können. Datensicherheit im Internet ist in Wirklichkeit eine Farce. Und wer behauptet, eine EuGH-Urteil oder ein übermotivierter Datenschützer könne daran etwas ändern, der verkennt die Lebensrealitäten. Wer glaubt, mit der Verhinderung der Datenübertragung in die USA würde er für Datensicherheit sorgen und auch noch dafür kämpft, hat offensichtlich noch nie Einblicke in den Alltag von Unternehmen bekommen. Oder zu viel Tagesfreizeit.

Nichts anderes gilt für Verbraucher, die ihre Daten preisgeben. Wer Newsletter lesen möchte, muss seine E-Mail-Adresse angeben. Ja, und? Wer bei Amazon bestellen will, muss seine Kreditkarten- oder Bankdaten hinterlegen. Ja, und? Wer das nicht möchte, weil er Angst vor amerikanischen Geheimdiensten hat, der kann sich auch einen Aluhut aufsetzen, sein Handy vernichten und in die Mongolei auswandern. Vielleicht sollte er sich aber eher vor solchen Leuten wie Max Schrems fürchten, die sich selbst Datenschutzaktivist nennen und Facebook vor den Kadi zerren. Nichts für ungut, aber wer bei der Nutzung von Clouddiensten immer nur alles umsonst haben will und meint, er bezahle nicht in irgendeiner Form dafür (und sei es in Form seiner Daten), der sollte sich hinterher nicht beklagen, wenn Unternehmen die Daten nutzen, die er selbst zur Verfügung gestellt hat! Was mit den Daten passiert, regeln und sagen die meisten Unternehmen in ihren AGB. Ich habe die von Google oder Facebook trotzdem noch nicht gelesen.

Cloud-Dienste sind allgegenwärtig; sowohl im Privatbereich, als auch im Businessumfeld. Möge jeder nur mal einen Blick auf die Apps des eigenen Smartphones werfen oder überlegen, welche Webdienste die Generation Y im Unternehmen nutzt.

Shopbetreiber und Unternehmer können sich wieder um ihre tatsächliche Arbeit kümmern. Inwieweit Datenschutzerklärungen, das Pflaster auf jeder Webseite, angepasst werden müssen, bleibt abzuwarten. Das wird sich in den kommenden Tagen noch klären. Aber zumindest hat sich das Damoklesschwert der Datenschützer kurzfristig in Luft aufgelöst. *puff*

(Wer sich dennoch für die Hintergründe interessiert, bitte schön: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Einigung-zwischen-EU-und-USA-Safe-Harbor-heisst-jetzt-EU-US-Privacy-Shield-3091607.html)