PayPal KäuferschutzFür Verbraucher ist der PayPal Käuferschutz eine feine Sache. Ist er (egal warum) unzufrieden, kann er innerhalb einer Frist die PayPal-Zahlung zurückbuchen. Diese Frist wird ab 29. Januar 2015 auf 180 Tage verlängert. Zu Lasten der Verkäufer, wie unser Artikel zeigt.

Satte 180 Tage haben Käufer ab 29. Januar 2015 Zeit, um den PayPal-Käuferschutz in Anspruch zu nehmen. Das geht eigentlich ganz einfach: Bei PayPal einloggen, Zahlungsdetails ansehen, Konflikt eröffnen. In der Regel reicht es, wenn der Käufer behauptet, er habe den Artikel überhaupt nicht erhalten oder ihm sei das falsche Produkt geliefert worden. Schon steht dem Verkäufer seine erhaltene Zahlung bis „zum Abschluss der Prüfung“ nicht mehr zur Verfügung.

Klingt noch nicht allzu dramatisch, bis man sich vergegenwärtigt, wie aufwändig die Konfliktlösung (so heißt das bei PayPal) letztlich ist. Abgesehen von der Zeit, die man benötigt, kostet es auch noch jede Menge Nerven, sich damit auseinander zu setzen. Reicht man die falschen Unterlagen ein oder hat die (für PayPal) richtigen nicht zur Hand, entscheidet PayPal schlimmstenfalls (auf Basis der eingereichten Unterlagen) gegen den Verkäufer. Und dann ist das Geld auch noch weg.

Kritisch ist das nicht nur beim Versand von physischen Gütern, wie der Kommentar von Daniel Wechsler unter dem passenden Artikel bei t3n zeigt. Noch komplizierter gestaltet sich der Fall beim Verkauf digitaler Güter, also zum Beispiel bei Softwareprodukten oder ebooks. Denn häufig (in der Praxis quasi immer …) tut sich PayPal schwer damit, den Nachweisen des Verkäufers über die korrekte Auslieferung der gekauften Ware Glauben zu schenken. Eine verschickte E-Mail mit Downloadlink oder Installationscode ist ja kein Auslieferungsnachweis von DHL oder UPS.

Unsere Blitzumfrage zeigt, dass jeder der von uns befragten Shopbetreiber schon mehrfach schlechte Erfahrungen mit dem PayPal Käuferschutz gemacht hat. Dass dieser nun auf 180 Tage ausgeweitet wird, hat so manchen zudem überrascht.

Natürlich ist die Verlängerung des Käuferschutzes kein heimliches Aufweichen des gesetzlich geregelten Widerrufsrechtes. Aber dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Denn auch wenn der Onlineshopbetreiber im Recht ist und die Zahlung von PayPal letztlich doch zurück zum Händler gebucht wird, entsteht bei jedem Konfliktfall immer ein nicht unerheblicher Aufwand, den der Verkäufer kostenfrei erbringen muss – egal, wie viel er am Produkt verdient hat. Der Endkunde hat nun ein halbes Jahr Zeit, den Kaufpreis zurückgehen zu lassen.

PayPal Käuferschutz

PayPal Käuferschutz schützt eben die Käufer. Manchmal auch zum Nachteil der Verkäufer (Bild: Screenshot www.paypal.com)

 

Praxistipp Käuferschutz:

  • Abwarten, ob sich der verlängerte Käuferschutz negativ auf das Zahlungsverhalten der Kunden auswirkt.