PayPal PLUS: Der Paukenschlag in der Web-Presse war nicht allzu groß, dabei holt PayPal zum prophylaktischen Gegenschlag gegen Apple Pay aus und präsentiert die Allround-Bezahllösung für Onlinehändler. Mit dem neuen System bietet PayPal nicht nur eine All-in-one-Lösung für Shopbetreiber an, sondern tritt auch selbst quasi als Payment-Service-Provider auf.

Bezahlsysteme sind für Shopbetreiber ein wichtiger Faktor. Nicht nur wegen eigener Kosten, sondern auch wegen der Akzeptanz beim Käufer und der Einfachheit der Implementierung im Shop und der Nutzung durch den Verbraucher. Die großen und kleinen Payment-Service-Provider, wie zum Beispiel PAYONE oder Heidelpay unterscheiden sich dabei aktuell nicht nur stark hinsichtlich der Kosten, sondern auch bei der Implementierung im Shopsystem. Die Erfahrung zeigt: Nicht alles ist immer so einfach, wie vom Anbieter dargestellt.

PayPal setzte dagegen in den vergangenen Jahren – ähnlich wie Apple – immer auf die einfache Bedienbarkeit. Zumindest aus Sicht der Endkunden. Und auch wenn sich PayPal bei Shopbetreibern nicht immer beliebt gemacht hat: PayPal PLUS könnte ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für Händler sein. Einfach zu integrieren, hohe Akzeptanz beim Endkunden und keine weiteren Verträge mit PSPs und Acquirern notwendig.

Zahlungsarten und Kosten

Shopbetreiber können PayPal, Lastschrift, Kreditkarte und den Kauf auf Rechnung implementieren, die Zahlung wird immer dem PayPal-Konto des Händlers gutgeschrieben. Das PayPal-Händlerkonto bietet hierdurch einen zentralen Überblick über alle Zahlungen. Aktuell sind schon PayPal, Lastschrift und Kreditkarte verfügbar. Die Option Kauf auf Rechnung soll laut PayPal im Laufe des Jahres zur Verfügung stehen.

Und natürlich kann PayPal PLUS im Shop auch neben anderen Zahlungsarten genutzt werden. Nachnahme, Rechnungskauf ohne Factoring oder spezielle, nur über Payment-Service-Provider angebotene Zahlungsarten (zum Beispiel das in den Niederlanden beliebte ideal) können parallel dazu genutzt werden.

Für Kosteneinsparungen sorgt zudem das Abrechnungsmodell, da die Zahlungsgebühren rein auf Transaktionsbasis anfallen. Einrichtungs- und monatliche Grundgebühren fallen nicht an. Die Transaktionsgebühren beginnen bei 1,5% + 0,35 € und sind volumenabhängig (Stand Februar 2015). Verglichen mit herkömmlichen Kreditkarten-Akzeptanzverträgen kann dies in der Summe schon eine deutliche Kostensenkung für Onlineshops bedeuten.

PayPal PLUS Zahlung ohne PayPal-Konto

Für Endkunden bedeutet die Einführung des neuen Zahlungsdienstes eine weitere Vereinfachung (und damit auch eine höhere Akzeptanz), denn die Nutzung (heißt: die Zahlung via PayPal PLUS) ist offenbar auch möglich, ohne dass der Käufer über ein eigenes PayPal-Konto verfügt. Gerade Firmenkunden kommt das zugute, da der Anteil der Businesskunden mit PayPal-Konto im Vergleich zum B2C-Bereich recht überschaubar ist.

PayPal PLUS soll sowohl als iframe, als auch für die gängigen Shopsysteme zur Verfügung stehen. Zur Integration in die gängigen Shopsysteme OXID, Magento oder Shopware waren heute aber noch keine Informationen zu finden.

Was Onlinehändler tun sollten

  • Prüfen Sie, ob PayPal PLUS für Ihren Anwendungsfall infrage kommt
  • Prüfen Sie, ob sich PayPal PLUS mit tragbarem Aufwand in Ihren Shop integrieren lässt
  • Prüfen Sie, wie hoch das notwendige Investitionsvolumen ist und wie hoch das Einsparpotential sein könnte
  • Prüfen Sie, wie lange der Vertrag mit Ihrem aktuell Payment-Service-Provider noch läuft, bzw. wann er gekündigt werden könnte.
  • Verhandeln Sie mit Ihrem PSP bessere Konditionen oder prüfen Sie, ob Sie komplett zu PayPal PLUS wechseln wollen.

 

 Screenshot: PayPal