Payment-Gebühren sind vielen Shopbetreibern ein Dorn im Auge. Die Marge ist oft schon gering und am Ende wollen auch die Zahlungsdienstleister einen Teil des Umsatzes abbekommen. Da liegt es nah, die Payment-Gebühren auf den Käufer umzulegen – entweder zum Teil oder in Gänze.

Payment-Gebühren, die auf Kunden umgelegt werden, sind zugleich ein wirksames Steuerungsinstrument. Will der Kunde mit Kreditkarte bezahlen, dann muss er in manchen Onlinehops genauso einen Aufschlag bezahlen, wie bei Zahlung via PayPal. Bekanntestes Beispiel sind Fluggesellschaften, aber auch führende (klassische) Onlineshops langen kräftig zu. Notebooksbilliger.de verlangt aktuell zum Beispiel 1,61% bei Zahlungen per PayPal. Bei teuren Notebooks kommen da schnell über 10 Euro zusammen, die der Händler von der eigenen Marge abziehen müsste; wenn er sie nicht auf den Endkunden umlegt.

Payment-Gebühren: Pläne des Gesetzgebers

Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz hat vor wenigen Tagen einen Gesetzentwurf vorlegt, der das Umlegen der Gebühren auf den Endkunden nun verbieten soll. Konkret heißt es im „Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung des zivilrechtlichen Teils der Zweiten Zahlungsdiensterichtlinie“:

„Nach dem Willen des Gesetzgebers dürfen Onlinehändler dem Verbraucher für die Zahlung per Lastschrift, Überweisung, Kreditkarte oder andere besonders gängige Bezahlmöglichkeiten künftig keine zusätzlichen Zahlungsentgelte in Rechnung stellen: Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz plant, im Rahmen der Umsetzung des zivilrechtlichen Teils der EU-Richtlinie über Zahlungsdienste im Binnenmarkt (RL 2015/2366/EU) Händler zu verpflichten, die angebotenen Zahlungsmöglichkeiten weitestgehend für den Verbraucher kostenlos anzubieten.“

Auf Onlinehändler kommen, auch wenn es sich aktuell nur um einen Gesetzesentwurf handelt, härtere Zeiten zu. PayPal erfreut sich nach wie vor steigender Beliebtheit, AmazonPay ebenso und sollte ApplePay irgendwann mal auf dem deutschen Markt eingeführt werden, ist auch hier mit einem gewissen Marktanteil vom Start weg zu rechnen. Rechnerisch immer zu Lasten des Shopbetreibers. Auf der anderen Seite sind die Kosten für Kreditkartenakzeptanz in den vergangenen Jahren stetig gesunken und gerade bei florierenden Onlineshops bietet sich immer wieder die Gelegenheit, auch bestehende Verträge nachzuverhandeln.