Wie eine Studie der Berliner BBW-Wirtschaftshochschule zeigt, gehen dem E-Commerce jährlich 2,4 Milliarden Euro durch Zahlungsausfälle verloren. Dabei lassen sich viele der offenen Forderungen durch geeignete Mechanismen entweder verhindern oder zumindest im Nachhinein noch eintreiben.

Bonitätsprüfung und Zahlungsmittel

Noch immer nutzen nur wenige Shopbetreiber die Möglichkeit, die Bonität ihrer Kunden zu prüfen. Dabei bietet vor allem die Schufa hierzu einen sehr guten Service an, der vollkommen legal und vergleichsweise günstig ist. Durch die einmalige Investition für eine Bonitätsprüfung bei Neukunden werden folgende Sachverhalte direkt aufgedeckt:

  • Offene Forderungen gegen den Schuldner aus anderen Versandgeschäften bzw. Verträgen (Mobilfunk, Internet)
  • Offene Forderungen aus laufenden Krediten
  • Generell laufende Kredite
  • Score seiner Bonität

Auf dieser Basis wird der Kunde dann aber selbst bei schlechter Bewertung nicht direkt als solcher ausgeschlossen. Allerdings werden die für ihn verfügbaren Zahlungsmittel entsprechend angepasst, so sind Rechnungskäufe dann etwa nicht möglich. Schließlich bietet sich hier das größte Potenzial für spätere Zahlungsausfälle. Entsprechend muss der weniger solvente Kunde in Vorkasse gehen, was beispielsweise per SOFORT-Überweisung oder PayPal möglich ist.

Zahlungsverzüge erkennen und Mahnungen verschicken

Sollte es trotz der Vorsichtsmaßnahmen zu Zahlungsausfällen bzw. Zahlungsverzügen kommen, so müssen diese durch einen automatisierten Monitoringprozess kenntlich gemacht werden. Anschließend sollte der Shopbetreiber – nach Möglichkeit ebenfalls automatisch – eine freundliche (!) Zahlungserinnerung versenden. Denn oft haben Kunden ganz einfach vergessen, dass sie noch eine Rechnung bezahlen müssen und werden durch das nette Schreiben nicht direkt vergrault.

Sofern das neue Zahlungsziel allerdings nicht erfüllt wird, sollte die erste Mahnung verschickt werden. Reagieren Kunden dann immer noch nicht, bieten sich zwei Möglichkeiten:

  1. Der Shopbetreiber verschickt weiter eigenständig Mahnungen an den Kunden.
  2. Ein Inkassounternehmen wird mit dem Fall beauftragt. Das kostet zwar Geld, spart aber Ressourcen im eigenen Unternehmen.

In beiden Fällen muss eine gerichtliche Zwangsvollstreckung angeordnet werden, wenn der Kunde auch die dritte Mahnung ignoriert.