Mehrwertsteuer auf Gutscheine. Verkäufer von Gutscheinen im Onlineshop müssen darauf achten, mit welchem Mehrwertsteuersatz sie den Gutschein verkaufen. Bei falsch angesetzter Mehrwertsteuer kann schnell 19% Verlust entstehen, mit dem der Shopbetreiber überhaupt nicht rechnet.

Für die Ausstellung von Gutscheinen gelten im stationären Handel und natürlich auch im E-Commerce besondere Regelungen. Je nach Ausstellungsgrund beinhaltet der Gutschein keine Mehrwertsteuer, da er (steuerlich) als reines Zahlungsmittel gesehen wird. Ausschlaggebend für die Art der Besteuerung ist der Verwendungszweck. Ist auf dem Gutschein eine konkrete Leistung angeben, dann ist der Gutschein mit dem Mehrwertsteuersatz des Gegenwerts belegt. Beispiel „Gutschein für den Einkauf einer Wrangler Jeans Texas Stretch Vintage Tint bei House of Jeans zum Preis von 70,- €“. In diesem Fall erhält der Käufer für den Gutschein einen konkreten Gegenwert. Der Gutschein ist in diesem Fall mit dem Mehrwertsteuersatz des Gegenwerts belegt.

Handelt es sich bei dem Gutschein um einen Geldwert, dann ist der Gutschein mit 0% Mehrwertsteuer belegt. Konkret: Wenn die Leistung oder die Ware auf dem Gutschein nicht eindeutig bestimmt ist, ist der Gutschein mehrwertsteuerfrei. Hintergrund: Beim Verkauf des Gutscheins selbst ist noch nicht klar, ob der Gutschein gegen Waren eingetauscht wird, die mit dem ganzen oder halben Mehrwertsteuersatz belegt sind. Beispiel: „Einkaufsgutschein im Wert von 50,- € bei www.meinherzschlag.de“.

Praxisbeispiel: Das Beispiel beim Onlineshop meinherzschlag zeigt verschiedene Einkaufsgutscheine. Wenn Sie diese in den Warenkorb legen, wird die Mehrwertsteuer dort ausgezeichnet. Der Händler zahlt beim Gutscheinverkauf zweimal Steuern. (Update 10.05.2015: Die MwSt-Berechnung im genannten Onlineshop wurde zwischenzeitlich korrigiert.)

Mehrwertsteuer auf Gutscheine nicht zweimal an das Finanzamt abführen

Onlineshopbetreiber sollten beim Verkauf von Gutscheinen die Einstellungen im Onlineshop und in der Warenwirtschaft prüfen, um die Mehrwertsteuer nicht doppelt an das Finanzamt abzuführen. Das folgende Rechenbeispiel zeigt, was passieren würde, wenn ein Einkaufsgutschein auch bereits mit 19% Mehrwertsteuer verkauft wird und diese Zahlen automatisch in die Buchhaltung übernommen werden:

 

 Vorgang  Bruttowert abzuführende MwSt. Nettowert
 Einkaufsgutschein (Gutscheinwert brutto) 50,- €
 davon 19% MwSt für das Finanzamt beim Gutscheinverkauf 7,98 €
(Gutscheinwert netto nach Verkauf)  42,02 €
 Kunde kauft im Onlineshop Waren im Wert von 50,- €
und bezahlt mit dem Gutschein im Wert von 50,- € brutto
 50,- €
 davon 19% MwSt für das Finanzamt beim Verkauf von Waren/Leistungen 7,98 €
 Gutscheinwert netto nach doppelter Besteuerung 34,04 €

 

Im Beispiel hätte der Shopbetreiber zweimal 7,98 € an das Finanzamt abzuführen. Die Verkaufsmarge würde dementsprechend um den gleichen Betrag geschmälert.