Google Maps Business View

Aufmerksamkeit ist die wohl wichtigste Währung im E-Commerce. Egal ob ich nun ein stationäres Ladengeschäft oder einen reinen Onlineshop betreibe: Wer nicht gefunden wird, kann weder Reichweite noch Kunden generieren und damit auch keine Produkte verkaufen.  Wenn es darum geht, den eigenen Shop im Internet zu finden, kommt kaum ein Website-Betreiber an der Google-Suchmaschine vorbei. An der Qualität der Suchmaschinenoptimierung hängen Klicks, die sich am Ende des Tages auch im Umsatz bemerkbar machen.

Um das Marketing anzukurbeln, bietet Google seinen Nutzern eine ganze Palette an Werkzeugen an; neben einem Kanal auf YouTube oder einer Google AdWords-Kampagne, gehören auch Google Maps und Street View in den Marketing Mix. Die wohl logische Konsequenz aus Kartendienst und 360-Grad-Außen-Panorama ist mit Business View die erweiterte Form für alle Innenräume; sozusagen das Indoor-Pendant zu Street View. Besitzer eines Ladenlokals, eines Hotels oder eines Onlineshops (der möglicherweise durch einen stationären Handel ergänzt wird) können eine Fotoserie von einem zertifizierten Google-Partner erstellen lassen und damit alle potentiellen Interessenten zu einer virtuellen Tour im Internet einladen. Per API oder einfachem HTML lässt sich die Business View-Funktion nach Google-Angaben in die eigene Website und auf Google Maps, Google + und in die Google-Suchfunktion einbinden.

Steigerung der Klick-Raten durch Business View

Google Business View

Worin liegen nun die Vorteile dieser Technologie? Als eine neue Form der Kundenansprache sorgt sie für Transparenz und Vertrauen. Und vielleicht führt die um eine visuelle Komponente erweiterte Suche im Internet zu einem Wettbewerbsvorteil, der sich von den Mitbewerbern abhebt. Auf einer extra hierfür eingerichteten Seite führt Google mit einem Hersteller von Hundefutter, einem Einrichtungsunternehmen und einer Tourismus-Agentur drei Best-Practice-Beispiele an. Im Falle des Futterherstellers „Just Food for Dogs“ nennt Google mit Hilfe des Einsatzes von Business View einen Anstieg der Klickrate um 50 Prozent. Das englische Einrichtungshaus Leekes berichtet, dass seit Einführung der Business View-Tour auf der Webseite mehr als 20.000 Besucher den virtuellen Rundgang genutzt haben. Zuletzt listet Google noch eine Kampagne der offiziellen Agentur für Tourismus und Marketing der Stadt New York (NYC & Company) auf. Um eine Restaurantwoche zu bewerben, wurde Street- und Business-View auf die Website eingebunden. Restauranteinträge mit Business View erzielten demnach 30 Prozent mehr Klicks auf die Reservierungsseiten, als solche Betriebe, die sich nicht für dieses Werkzeug entschieden hatten.

Ein Beispiel für einen deutschen Onlineshop, der Google Maps Business View als Marketinginstrument nutzt, ist der norddeutsche Sneaker-Shop Sneaxs. Der Händler für „Turnschuhkultur“ betreibt neben seinem Onlineshop ein 115 Quadratmeter großes Ladengeschäft in Kiel und hat eine 360-Grand-Ansicht der Innenräume in die Internetseite integriert. Hier kann sich der Kunde bereits vorab ein Bild der Räumlichkeiten machen und entscheiden, ob der Laden und auch das Sortiment seinen Vorstellungen entspricht.

 

Über die Vorteile von Google Maps Business View für den Onlineshop-Betreiber haben wir mit dem von Google zertifizierten Business View-Spezialisten Jörg Albrecht gesprochen.

Welchen Stellenwert hat Google Maps Business View für den E-Commerce-Bereich?
Jörg Albrecht: Dass On- und Offline-Kanäle immer weiter zusammenwachsen, beobachten wir seit Jahren. So hat sich der Kunde daran gewöhnt, das Internet gleichermaßen beim Online-, als auch beim Offline-Shopping zu nutzen; etwa per Smartphone. Google Maps Business View schließt nun eine Nahtstelle zwischen On- und Offline: Die Räumlichkeiten des Anbieters werden virtuell begeh- und erlebbar. Google Maps Business View ist eine Facette im gesamten Repertoire des Online-Marketings und wie diese konstruktiv genutzt werden kann, ist sehr individuell.

Jörg Albrecht

Foto: Albrecht

Stationäre Händler mit einem eigenen Ladenlokal sollten dieses Instrument nutzen, um einerseits dem Kunden vor Ort bereits online zeigen zu können, dass sich der persönliche Besuch lohnt und dass das Geschäft tatsächlich existiert. Dies schafft nicht nur eine höhere Transparenz, sondern stärkt auch die wichtige Variable „Vertrauen“. Das Vorhandensein von Google Maps Business View-Panoramen zeigt nämlich nicht nur die Räumlichkeiten, sondern beweist auch die tatsächliche Existenz des Anbieters, denn nur zertifizierte Fotografen und Agenturen dürfen die Aufnahmen machen und bei Google hinterlegen.

 

Lohnt sich Business View auch dann, wenn der Onlineshop-Betreiber über kein repräsentatives Ladenlokal verfügt?
Jörg Albrecht: Für mich ist die Antwort auf die Frage ein klares ja, wenn man die Möglichkeiten von Google Maps Business View geschickt zu nutzen weiß. Innerhalb der engen Regeln für die 360°-Aufnahmen gibt es nämlich einigen Handlungsspielraum. Selbstverständlich könnte man bloß das Ladenlokal zeigen. Wenn es dieses aber nicht gibt, können auch Showroom, Büros oder selbst das Lager Schauplatz für interessante Aufnahmen sein, die von informativ bis humorvoll reichen. Die Panorama-Bilder dürfen nicht retuschiert werden, aber ein Set aufzubauen und das Shooting zu inszenieren ist keinesfalls verboten.

Für gewisse Produktbereiche bietet es sich auch an, die Produkte selbst in den Mittelpunkt des Shootings zu rücken. Ob der virtuelle Rundgang durch einen Wohnwagen, den man dann online konfigurieren und bestellen kann, über die Nutzung von virtuellen Showrooms, in denen die sichtbaren Produkte direkt mit der dazugehörigen Artikelseite des Online-Shops verlinkt sind bis hin zur virtuellen gläsernen Manufaktur ist hier viel möglich und denkbar.

Ich empfehle On- und Offline-Geschäftsleuten in jedem Falle ein Beratungsgespräch mit einem E-Commerce-Experten und einem von Google zertifizierten Fotografen, um eine nahtlose Integration in die sonstigen SEO, SEM, SMM, etc.-Aktivitäten zu gewährleisten.