Lebensmittel im Onlinehandel

Es ist gerade mal ein paar Wochen her, da mussten Onlinehändler die Europäische Verbraucherrechterichtlinie (VRRL) umsetzen. Neu waren nicht nur die Regelungen zum Widerruf einer Bestellung, sondern auch die umfangreichen Informationspflichten, die der Shopbetreiber gegenüber dem Kunden hat.

Zum 13. Dezember 2014 muss nun die nächste Neuregelung der Europäischen Union umgesetzt werden – sowohl im lokalen Einzelhandel, als auch im Onlineshop. „Betroffen“ sind diesmal aber nicht alle Anbieter im E-Commerce, sondern nur die Verkäufer von Lebensmittel im Onlinehandel.

Die  Verordnung über die „Information der Verbraucher über Lebensmittel“ (PDF-Version) wurde bereits 2011 beschlossen und tritt im Dezember in Kraft. Sie umfasst eine Reihe von Vorschriften, die auch Onlineshopbetreiber beachten müssen. Und wie jede neue Verordnung geht mit dieser natürlich auch die Gefahr einer weiteren Abmahnwelle einher. Bei der Umsetzung der VRRL ist diese zwar ausgeblieben, nichtsdestotrotz sollten Händler die neuen Informationspflichten rechtzeitig umsetzen. Im Gegensatz zur Änderung im Widerrufsrecht spricht jedoch nichts gegen eine Umsetzung vor dem Tag des Inkrafttretens.

Konkret müssen folgende Informationspflichten für Lebensmittel im Onlinehandel in Ihrem Onlineshop umgesetzt werden:

  • Verkehrsbezeichnung des Lebensmittels
    Neben Kunstnamen muss der tatsächliche Inhalt angegeben werden (Beispiel „Erdbeertraum“ ist keine Verkehrsbezeichnung. Richtige Angabe „Milchmischgetränk aus Magermilch mit Erdbeergeschmack, wärmebehandelt (sterilisiert). Die Verkehrsbezeichnung wird meist auf der Rückseite der Verkaufsverpackung zu finden sein. Im Onlineshop gehört sie in die Produktbeschreibung.
  • Zutatenliste
    Eine Auflistung der Zutaten ist nicht nur in absteigender Gewichtsreihenfolge anzugeben, sondern auch mit dem vorangestellten Wort „Zutaten“ zu definieren. Zusätzlich sind in der Zutatenliste auch alle Inhaltsstoffe aufzuführen, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können.
  • Nettofüllmenge
    Die Nettofüllmenge ist auf der Produktdetailseite sowohl für flüssige, als auch für feste Lebensmittel anzugeben.
  • Gebrauchsanleitung
    … wenn das Lebensmittel kompliziert in der Anwendung ist …
  • Hinweise zur Aufbewahrung und Verwendung
  • Alkoholgehalt (in Vol. %)
  • Ursprungsland / Herkunftsort
    … wenn der Verbraucher über die tatsächliche Herkunft irregefürt werden könnte
  • Nährwerte (erst ab 13.12.2016)

Das Mindesthaltbarkeitsdatum bzw. Verbrauchsdatum muss im Onlineshop nicht angegeben werden.

Pflichtangaben im Onlineshop – auch international

Wie immer bei derartigen Richtlinien muss der Verbraucher vor Vertragsschluss informiert werden. Sie müssen ihm also die Möglichkeit geben, sich vor dem Kauf ein umfassendes Bild über die Produkte machen zu können, die er kaufen möchte. Die Angabe der Informationen auf der Produktdetailseite bietet sich daher an.

Wenn Sie grundsätzlich auch den Verkauf im europäischen Ausland anbieten, müssen Sie die Angaben auch in der jeweiligen Landessprache zur Verfügung stellen.  „Grundsätzlich“ meint in diesem Zusammenhang: Wenn Ihr Onlineshop bei der Auswahl des Versandlandes zum Beispiel „Finnland“ anbietet oder Ihre Versandkostenauflistung „Polen“ beinhaltet, dann müssen Sie die Informationen auch in finnisch und polnisch zur Verfügung stellen.

Weiterführende Informationen zu den Informationspflichten für Lebensmittel im Onlinehandel finden Sie unter anderem bei Rechtsanwalt Max-Lion Keller: „Online-Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln