Kürzlich hatten wir über die Nutzung von Kundendaten in Newslettern geschrieben. Als Teil des Onlinemarketings kommt der eMail eine große Rolle zu. Aber auch die Offlinewerbung spielt im eCommerce eine wichtige Rolle! Insbesondere wenn auf Bestandsdaten aktueller und ehemaliger Kunden zurückgegriffen werden kann. In der Regel ist ein Mailing dann ohne Streuverluste möglich.

Verhältnismäßig teuer, aber in der Wirkung nicht zu unterschätzen, ist das Postmailing. Zu Buche schlagen dabei aber weniger die eigentlichen Druckkosten, sondern der Versand. Seit Beginn der Internetdruckereien kosten mehrere tausend Postkarten meist weniger als 100,- €. Der Versand einer Postkarte ist mit aktuell 0,45 € recht teuer. Mit steigender Auflage sinkt der Versandpreis aber deutlich (vgl. Deutsche Post Infopost).

Für den Onlineshopbetreiber oder den Ferienwohnungsvermieter aus unserem Newsletterbeispiel bietet der Versand eines Postmailings gute Möglichkeiten, fernab des Onlinebusiness auf das eigene Angebot aufmerksam zu machen. Die Anzahl der verschickten Briefe und Postkarten geht in den vergangenen Jahren immer mehr zurück. Umso einfacher ist es, mit einem gut gemachten Mailing auf das eigene Angebot aufmerksam zu machen.

Für den Ferienparkbetreiber bietet es sich an, eine „echte“ Urlaubspostkarte zu verschicken. Mit einem netten Text versehen („Viele Grüße aus XY. Erinnern Sie sich an Ihren tollen Urlaub im vergangenen Jahr“). Für den Onlineshopbetreiber bietet es sich an, eine Karte gestanzt auf die Form eines Produktes aus dem Onlineshop zu verschicken. Der Versand einer Postkarte in Form eines Wollknäuels oder einer Sonnenliege fällt in jedem Fall auf.

Bewährt haben sich auch weihnachtliche Mailings mit Geschenkvorschlägen und Hinweisen zur rechtzeitigen Lieferung vor dem Fest oder Mailings zu Beginn einer bestimmten Saison. Der Verkäufer von Anhängerkupplungen zum Beispiel verschickt sein Mailing zwei Wochen vor Frühlingsbeginn („jetzt  schon an den Sommerurlaub denken“). Der Kaffeespezialist hingegen ist saisonal weitestgehend unabhängig. Das Geschenkset zum Muttertag oder Valentinstag ist jedoch genauso ein perfekter Anlass, wie der Beginn der dunklen Jahreszeit für den LED-Lampen-Verkäufer.

In jedem Fall gilt es auch hier, Bestandsdaten zu nutzen und durch geschickte Segmentierung möglichst nah an die Bedürfnisse und/oder Verhaltensweisen der Kunden heranzureichen .Technisch ist es ohne viel Aufwand möglich die Kunden aus einem Onlineshop zu filtern, die zum Beispiel länger als drei Monate nicht mehr bestellt haben. Diesen kann man ein „wir vermissen Dich“-Angebot per Postkarte (oder natürlich auch per Newsletter) zukommen lassen; Dauerkunden  erhalten statt dessen ein Bonusangebot.

Wie auch bei den Newslettern bieten sich auch Jubiläen perfekt an, um sich und den eigenen Onlineshop per Mailing in Erinnerung zu rufen. Aus der Praxis: Sofern uns das Geburtsdatum unserer Kunden bekannt ist, schicken wir jedes Jahr eine (andere) handgeschriebene Geburtstagskarte. Zugegeben: Das ist sehr viel Aufwand, aber der Erfolg ist nachhaltig. Geburtstagsgrüsse kommen heute in der Regel per SMS oder Facebook , selten per Postkarte. Ein netter Gruß, auch ohne Sonderangebot, wird in Erinnerung bleiben und, genauso wie ein gut gemachtes Mailing mit Gutschein-Code lange an der Pinnwand oder Kühlschranktür des Adressaten hängen.

Für die Internetkonferenz webcon haben wir im vergangenen Jahr ebenfalls Werbung Mailing gemacht. Ausgewählte Empfänger haben jeweils eine handgeschrieben Postkarte erhalten, einige davon haben, wie der O’Reilly-Verlag in Ihrem Blog darüber berichtet. Aber lesen Sie selbst!