Das Thema Social Media hat mittlerweile alle Branchen durchdrungen und ist selbst im E-Commerce nicht mehr wegzudenken.

Nun hat es sicher rundgesprochen, dass man mit Social Media nicht direkt Produkte verkaufen kann – ein Ziel, das besonders beim Onlinehandel an oberste Stelle steht. Ein Widerspruch? Nein, ganz und gar nicht.

Vielmehr geht es bei Social Media im Onlinehandel nicht direkt ums Verkaufen, sondern vielmehr um den Aufbau von Bekanntheit und Reichweite (wie überall) sowie ums Anlocken von neuen Kunden in den Shop. Ich nenne dies „Appetit machen“.

Onlinehändler sollten also die Social-Media-Kanäle dazu nutzen, um die Besucher dort zu informieren z.B. über neue Trends oder neue Produkte und sie so in den Shop leiten.

Nun unterliegt die Social-Media-Welt einem stetigen Wandel. Vor einigen Jahren gab es nur Facebook, Youtube oder Twitter, doch immer wieder kommen neue Trend-Plattformen wie Pinterest, Instagram oder – ganz neu – Snapchat dazu.

Besonders die auf Bilder und Videos basierenden Plattformen erleben aktuell in Deutschland einen riesengroßen Hype. Während Facebook und Twitter mit stagnierenden oder gar sinkenden Nutzerzahlen zu kämpfen haben, verzeichnen Plattformen wie Youtube oder die genannten Pinterest, Instagram und Snapchat monatlich riesige Wachstumszahlen bei den Nutzern.

Instagram beispielsweise hat aktuell rund 600 Millionen aktive Nutzer weltweit (Deutschland 7 Millionen) und damit die Nutzerzahl in den letzten zwei Jahren verdoppelt (Quelle statista). Pinterest hat nach Unternehmensangaben zwar nur 100 Millionen Nutzer, diese Zahl habe sich in den vergangenen 18 Monaten allerdings verdoppelt.

Und Snapchat, der Überflieger, hatte Ende 2016  220 Millionen täglich aktive Nutzer, die zusammengenommen auf zehn Milliarden Video-Views pro Tag kommen.

Ein Geschenk für den Onlinehandel

Für den Onlinehandel sind solche auf Bilder und Videos basierenden Plattformen ein Geschenk des Himmels. Sie verbinden die klassischen Social-Media-Elemente wie die Teilen- und Bewerten-Funktion (z.B. gefällt mir) mit visuellen Darstellungen und verzichten fast komplett auf Text. Und wie alle wissen, dass das Gehirn visuelle Reize (Bilder und Symbole) sehr viel schneller erkennt und verarbeitet als textbasierte Informationen.

Alles, was der Onlinehändler also tun muss, ist, seine Produkte in Instagram und Pinterest zu präsentieren, die Käufer zu begeistern und in den Shop zum Kauf zu locken. Ganz einfach. Leider nicht.

Man muss schon wissen, wie die Plattformen funktionieren und ihre Eigenheiten sowie die Verhaltensweisen und Vorlieben der Nutzer dort kennen. Denn die sind durchaus unterschiedlich.

Pinterest – Virtuelle Foto-Pinnwände

Die Idee hinter Pinterest ist der gemeinsame Austausch über verschiedene Hobbys, Interessen und Einkaufstipps mithilfe virtueller Pinnwände. Jeder Nutzer kann sich Pinnwände nach seinen Wünschen und Interessen anlegen, dort eigene Bilder und Videos hochladen und den anderen Pinterest-Nutzern weltweit präsentieren. Die anderen Nutzer können diese Fotos wiederum an ihre eigenen Pinnwände pinnen (Merken-Funktion), mit „gefällt mir“ bewerten, kommentieren oder per Chat an andere Nutzer senden. Durch das Pinnen an die eigene Pinnwand wird das Foto der gesamten eigenen Gefolgschaft eines Nutzers gezeigt.

Viele kreative Pinnwände bei mashable (Quelle: https://de.pinterest.com/mashable)

Zudem besteht wie bei allen Social-Media-Plattformen die Möglichkeit, anderen Pinterest-Nutzern zu folgen und deren Pins dauerhaft zu abonnieren. Dieses System aus Followern und Followings (den Nutzern, denen ich folge) kennen wir von Twitter.

1 2 3 4