Geoblocking und IP-Daten basierte Weiterleitungen in Onlineshops sind in das Visier der EU-Industrieminister geraten. In Brüssel wird gerade diskutiert, inwieweit die automatischen Weiterleitungen und Blockaden aufrechterhalten werden können.

Für Shopbetreiber gehören IP-basierte Anpassungen im Onlineshop zum Alltag. Allein mit Hinblick auf die Verbraucherrechterichtlinien und lokale Verbrauchergesetze ist es durchaus sinnvoll, Kunden, die aus einem Land bestellen wollen, das der Händler nicht beliefern kann oder nicht beliefern will, durch technische Mittel aus dem eigenen Shop auszusperren oder auf die Webseite eines lokalen Zwischenhändlers umzuleiten.

Sinn machen kann auch eine Geodaten-basierte Preisgestaltung, um Shoppreise an den lokalen Marktpreis anzugleichen. Natürlich bezahlt ein rumänischer Käufer in einem rumänischen Onlineshop weniger, als ein deutscher Kunde in einem deutschen Onlineshop.

Genau dem will die EU nun aber einen Riegel vorschieben. Marktpreise sollen transparent gemacht und überall gleich sein. Kunden sollen innerhalb der EU nicht mehr ausgeschlossen werden dürfen. Zudem wird diskutiert, ob Shops eine Webseite mit allgemeingültigen Preisen, zum Beispiel unter einer .com-Domain vorhalten sollen, wenn gleichzeitig unter der lokalen Landesdomain regionale Preise gelten.

Aktuell wird „nur“ diskutiert, sicherlich werden aber einige der in der Shopbetreiber-Praxis schwerlich umzusetzenden Vorschläge, die die EU-Kommission vorgelegt hat, aber in EU-Richtlinien enden. Der EU-Rat sieht die Sachlage indes ein wenig realistischer. Preisdifferenzierung soll nach wie vor erlaubt sein, ebenso unterschiedliche Vertragsgrundlagen (AGB) nach Zielland.

EU-Parlament berät über Geoblocking

im nächsten Schritt wird das EU-Parlament über Geoblocking beraten, bevor die Gremien untereinander einen Kompromissvorschlag ausarbeiten können. Die deutschen Verbraucherzentralen zeigen sich naturgemäß wenig Händler-freundlich. Ihnen gehen die EU-Vorschläge nicht weit genug.