Passend zum großen Wahljahr 2017 hat der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) eine umfangreiche Agenda publiziert. Ziel des Papiers ist es, für vielfältige Diskussionen, Gespräche und öffentliche Beiträge zu sorgen.

Fünf Säulen für Veränderungen

In den vergangenen zehn Jahren ist der E-Commerce so stark gewachsen wie kein anderer Wirtschaftssektor. Aufgrund dieses rasanten Wachstums haben sich jedoch einige Probleme ergeben, die durch die Internationalisierung des Online-Handels noch verstärkt werden. Hierauf hat der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. jetzt passend zum Wahljahr 2017 reagiert und eine aus fünf Oberpunkten bestehende Agenda entwickelt:

  1. Rechtspolitik
  2. Arbeit und Ausbildung
  3. Wettbewerb
  4. Infrastruktur
  5. Steuern und Finanzen

Fast alle im Detail geforderten Reformen betreffen dabei den deutschen Gesetzgeber und staatliche Institutionen. Vor allem bezüglich der derzeitigen Rechtsprechung und Gesetzesauslegung fordert der bevh ein gewisses Umdenken. Denn oftmals würde der Verbraucher zu stark bevormundet, obwohl der Europäische Gerichtshof generell immer vom „mündigen Verbraucher“ spricht, der sehr wohl zu eigenen Beurteilungen von Leistungen im E-Commerce fähig ist.

Weiter möchte der bevh die zunehmende Internationalisierung des E-Commerce stärker thematisieren. Denn noch immer sind es vor allem nationale Gesetze, die den Handel grenzübergreifend erschweren. Vor allem größere Unternehmen müssten praktisch für jedes Land eine eigene Rechtsabteilung beschäftigen, die Shops anpassen und die AGB entsprechend ändern. Hier gelte es, die internationale Zusammenarbeit vor allem in die Europäische Union zu forcieren.

Ausbildung von Fachkräften im E-Commerce

Ein großes Problem im E-Commerce betreffe den Arbeitsmarkt. Hier würden Vorstellungen des Gesetzgebers, der Shop-Betreiber und nicht zuletzt der Kunden miteinander kollidieren. Beispielsweise würden Kunden erwarten, dass sie online 24/7 shoppen können. Auch der Support müsse dementsprechend erreichbar sein, wenn es zu Fragen oder Problemen kommt. Jedoch würden die deutschen Feiertags- und Arbeitsgesetze dies zunehmend verhindern bzw. erschweren. International agierenden Unternehmen hätten dabei teilweise einen Vorteil, weil sie ihren Support ins Ausland auslagern könnten und die deutschen Gesetze so umgehen.

Umfangreiche Informationen bei bevh

Die Ausführungen zu Agenda des bevh sollen nur verdeutlichen, mit welchen Problemen sich der Verband beschäftigt. Im Arbeitspapier finden sich zahlreiche weitere Aspekte, die den Alltag großer und kleiner Shops im E-Commerce betreffen. Das komplette Papier und weitere Informationen zum Verband an sich finden interessierte Leser unter https://www.bevh.org/themen-positionen/e-commerce-agenda-2017.