Die richtige Agentur für ein umfangreiches E-Commerce- und Web-Projekt zu finden, ist alles andere als einfach. Agenturen und Dienstleister gibt es viele, aber welcher ist der richtige im Heringsfass? Der mit dem bunten Hut oder der, der ganz unten schwimmt. Die folgende Checkliste hilft Ihnen, die Auswahl zumindest einzugrenzen. Am Ende steht in vielen Fällen der „Nasenfaktor“. Denn in einem erfolgreichen Webprojekt wird Ihre Agentur Sie über viele Jahre begleiten, und da ist es nicht nur wichtig, dass verlässliche und professionelle Partner am Tisch sitzen, sondern auch, dass man sich gut versteht.

Nasenfaktor

Der Dienstleister, für den Sie sich entscheiden, wird Sie im besten Fall in den kommen­den Jahren begleiten und mit Ihnen bei der Weiterentwicklung des Shops und Anpassun­gen an Trends und Techniken begleiten. Im schlimmsten Fall auch!

Ähnlich wie in jeder Partnerschaft, die auf einen längeren Zeitraum ausgelegt ist, kommt es darauf an, dass der Nasenfaktor stimmt. Sie müssen mit Ihren Beratern und Techni­kern nicht gleich Tisch und Bett teilen, aber zumindest mehrere Jahre auskommen. Wenn man dies berücksichtigt, sollte klar sein, dass nicht nur die technische und grafi­sche, sondern auch die soziale Kompetenz Ihres Gegenübers stimmen muss und er Ihnen sympathisch ist.

Größe der Agentur

One-Man-Show oder kleine Agentur gegen E-Commerce-Agentur? Die Größe der Agen­tur spielt eine wichtige Rolle. Natürlich sind Einzelkämpfer, Freelancer und kleine Agen­turen bis zu fünf Mann/Frau von Haus aus günstiger als große Agenturen, große Agenturen, wie die Osnabrücker Agentur basecom, zeigen schon auf Ihrer Webseite, wie groß Team und Kompetenzen sind.

Kleine Agenturen und Selbständige haben in der Regel deutlich geringere Kosten, müssen keine großen, schicken Büros mieten und als Freiberufler oft auch keine Sozialversiche­rungsabgaben bezahlen. Die Stundensätze dürften damit deutlich niedriger ausfallen als in großen Agenturen.

Der Preis sollte hier aber nicht das ausschlaggebende Argument sein. Zum einen sind Sie auf eine Vielzahl an Kompetenzen angewiesen, die ein Einzelner oder ein kleines Team oft nicht leisten kann.

Zum anderen stehen Sie schnell vor einem riesigen Problem, wenn der Freelancer oder die kleine Agentur sich anderen Großprojekten widmet, durch Krankheit ausfällt oder den Betrieb einstellt. Der Wechsel einer Agentur in einem laufenden Projekt ist immer mit erheblichem Aufwand und damit auch mit erheblichen Kosten verbunden. Die großen der Branche, wie zum Beispiel die Osnabrücker Agentur basecom, zeigen schon auf Ihrer Webseite, wie umfangreich Team und Kompetenzen sind

Kompetenzen

Mit der Größe der Agentur geht meist auch die Abdeckung der erforderlichen Kompeten­zen einher. Sie sollten die Leistungen, die die Agentur im Projektverlauf erbringen soll, schon im Vorgespräch abklopfen.

Viele kleinere Agenturen und Freelancer verfügen über ein gutes Netzwerk an Spezialis­ten. Wenn einer dieser Spezialisten aber ausfällt oder sich mit Ihrer Agentur zerstreitet, stehen Sie vor der gleichen Problematik wie oben beschrieben. Inhouse-Know how ist immer vorzuziehen.

Software-Spezialisierung

Fragen Sie, mit welcher Open-Source-Software die Agentur Ihren Online-Shop realisieren würde und konfrontieren Sie sie testweise mit einer Alternative. Wenn Ihnen also zum Beispiel Shopware als Mittel der Wahl angeboten wird, fragen Sie gezielt nach Magento oder OXID eShop.

Sie können so leicht herausfinden, ob sich die E-Commerce-Agentur auf eines oder mehrere Produkte spezialisiert hat. Es ist auf Grund der Options-Vielfalt und der individuellen Eigenheiten der Software nur in sehr großen Agenturen möglich, alle erdenklichen Programme mit der gleichen Fach­kompetenz zu entwickeln.

Von den Software-Herstellern zertifizierte Agenturen und Integratoren müssen ihre Mit­arbeiter häufig von den Herstellern schulen lassen, um die Zertifizierungssiegel zu erhal­ten. Dies spricht für die Erfahrung der Programmierer mit dem jeweiligen Programm.

Die Spezialisierung auf ein oder maximal zwei Open-Source-Produkte sollten Sie daher dem Argument »Wir können das mit jedem Programm machen« vorziehen.

Typischer Projektverlauf

Jedes Unternehmen arbeitet anders. Die Projektabläufe sind in Agenturen oft vorgege­ben. Lassen Sie sich einen typischen Projektverlauf skizzieren und fragen Sie, wie häufig Sie sich mit Projektleiter und Entwicklern zusammensetzen müssen.

Die Erstellung eines Lasten- oder Pflichtenhefts oder die Festlegung von festen Projektabschnitten können ein Indikator für die Professionalität der Agentur sein.

Fester Ansprechpartner

Je größer Ihre Wunschagentur ist, desto wichtiger ist es, einen festen Ansprechpartner zu haben, der das Projekt innerhalb der Agentur koordiniert.

Er muss Ihre Wünsche und Anforderungen mit den jeweiligen Fachleuten besprechen und sich um die Abwicklung kümmern. Zudem muss er Ihnen auf alle Fragen zum Pro­jektstand jederzeit eine genaue Auskunft geben können.

Ein fester Ansprechpartner verbessert die Kommunikation und kann die Umsetzung eines Projekts stark beschleunigen, da er dafür Sorge trägt, dass alle Projektbeteiligten sich immer auf dem gleichen Wissensstand befinden.

Referenzkunden

Jede größere Agentur sollte Ihnen ein oder zwei Referenzkunden nennen können, mit denen Sie sich zumindest telefonisch kurzschließen können. Referenzkunden können den Projektverlauf aus einer anderen Perspektive wiedergeben. Fragen Sie gezielt nach Problemen bei der Umsetzung des Online-Shops und wie sie von der Agentur gelöst worden sind.

Natürlich werden Unternehmen, die als Referenzkunden zur Verfügung stehen, in der Regel eher Positives über ihre Agentur zu berichten wissen. Sie können aber sicher sein, dass Ihnen ein ehrlicher Referenzkunde auch von Problemen bei der Umsetzung, die in jedem (!) Projekt entstehen, erzählen wird.

Was sagt der Experte?

Michael Keukert, Autor von Praxiswissen E-Commerce (O’Reilly, 2016): : „Es ist – zugegeben – nicht einfach, die richtige Agentur zu finden. Wie beim Hausbau: Sie können zwar sehen, was der Architekt bisher entworfen hat, ob die Hütte aber auch nach einem starken Wind noch steht, wissen Sie erst hinterher. Daher mein Tipp: Gehen Sie in die Agentur, sprechen Sie ausführlich mit Projektleiter und Chef oder Inhaber und lassen Sie sich anhand realisierter Projekte einen Blick hinter die Kulissen zeigen. Professionelle Dienstleister scheuen sich auch nicht, die Schwachstellen in Projekten zu zeigen und wie diese behoben wurden.“

 

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