Black Friday im E-Commerce

Der vierte Freitag im November, also der Tag nach Thanksgiving, ist in den USA traditionell der Tag, an dem die Kaufhäuser bereits um Mitternacht gestürmt werden. Hintergrund: Der Black Friday lockt die Kunden zum Teil mit extremen Rabatt-Aktionen. In Deutschland hat sich dieser Sonderverkauf bislang gegen das traditionell starke Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel eher nicht durchsetzen können. Ähnlich wie im Fall des Geister-Spuks Halloween ist dies auch darauf zurückzuführen, dass es die Tradition in Europa bisher einfach nicht gab; zum anderen verbinden wir mit dem „Schwarzen Freitag“ den Börsencrash von 1929 und damit ein sehr negatives Ereignis.

Black Friday im E-Commerce

Der Black Friday findet aus diesem Grund in Deutschland weitestgehend im E-Commerce statt. Dort kann eine Beteiligung für Onlineshopbetreiber allerdings durchaus Sinn machen. Da der Black Friday für den deutschsprachigen Kunden kein feststehender Begriff und die Grenzen daher fließend sind, kann der Elektronikgroßhändler Conrad aus Dortmund aus diesem Grund auch gleich eine komplette „Black Week“ ausrufen. Laut Anbieter sind die „unheimlich günstigen Angebote limitiert und versandkostenfrei“. Ein auf der Internetseite eingebundener Countdown verstärkt das Gefühl der Warenknappheit und steigert die Kaufbereitschaft des Kunden. Um auf die besondere Rabatt-Aktion hinzuweisen, ist auf der Conrad-Startseite ein Banner integriert, das den Kunden zu den Angeboten leitet.

Einen anderen Weg geht der belgische Fotodienstleister Foto.com, der mehr als 100 Produkte in seinem Sortiment hat. Zum Black Friday wurde die komplette Startseite umgeräumt und mit Preisangeboten und Gutscheincodes ausgestattet. Zudem weisen zwei „Coupons“, die mit einem Schnittmuster versehen an traditionelle Zeitungs-Coupons erinnern, auf den sich anschließenden Cyber Monday von Foto.com und den Gratis-Druck von 75 Fotoabzügen hin.

 

Black Friday im E-Commerce onlineshop-black-friday-ecommerce

Auch der Online-Riese Amazon mischt im Rabatt-Geschäft natürlich kräftig mit. Anstelle eines Black Friday-Sale steht dort traditionell ein Cyber Monday auf dem Programm. Entgegen der Annahme endet dieser aber nicht nach einem, sondern erst nach acht Tagen.

Mitmachen auf den Black Friday-Portalen

Wer als Betreiber eines Onlineshops nicht selber eine aufwendige Kampagne auf die Beine stellen, aber dennoch vom gesteigerten Kaufinteresse am Black Friday profitieren will, sucht sich einen Kooperationspartner. In Deutschland sind dies z. B. Portale wie Blackfridaysale und Black-Friday.de. Auch auf die eigene Kommunikation und die Gewinnung von Neukunden kann das Sale-Event einen positiven Einfluss nehmen. Nutzen Sie das Hashtag #blackfriday in den sozialen Netzwerken. Hierdurch generieren Sie Reichweite und Verkaufserlöse.

Nur ein Strohfeuer?

Ob der Black Friday im E-Commerce ein wichtiger Impuls für Kunden und Händler ist – so die Meinung des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (bevh) – oder ein Strohfeuer bleibt (wie der Handelsverband Deutschland meint), das unter dem Gewicht des Weihnachtsgeschäft erstickt, bleibt abzuwarten. Ein Blick lohnt sich in jedem Fall. Immerhin erlöst der Einzelhandel mit dem „Nischenprodukt“ Halloween mittlerweile auch einen Umsatz von 200 Millionen Euro.

Checkliste: Black Friday

  • Durch Bannerwerbung, limitierte Angebote und einen Countdown kann jeder Onlinehändler vom Sale-Event Black Friday profitieren.
  • Wer nicht selber eine Kampagne starten will, versucht es bei den Anbietern Blackfridaysale und Black-Friday.de.
  • Das Hashtag #blackfriday kann Reichweite steigern und Verkaufserlöse generieren.