Apple wird aggressiv mit sehr attraktiven BestellfristenDie Vorweihnachtszeit ist für die Paketdienste Stress pur, denn die Zahl der Sendungen steigt von Tag zu Tag. Ganz ähnlich sieht es in den Lagern der Onlineshops aus: Saisonale Kräfte helfen, Ware zu picken und Pakete zu packen – die Stapel für den Transport werden täglich größer. Doch so gut man auch vorbereitet ist – irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem eine pünktliche Lieferung vor Weihnachten nicht mehr garantiert werden kann. Die Gretchenfrage für den Shopbetreiber ist: Bestellfristen zur sicheren Lieferung vor Weihnachten offen kommunizieren oder nicht?

Bestellfristen kommunizieren

Es spricht einiges dafür, Bestellfristen, bis zu denen Lieferungen vor Weihnachten noch garantiert werden können, offen zu kommunizieren. Das Hauptargument ist dabei der Kundenservice: Ihre Kunden können sich auf die Frist einstellen und sicher sein, dass von der Zeitplanung alles noch klappt. Dies entlastet Ihre Hotline und die Servicemitarbeiter, die ansonsten zahlreiche Anfragen und Beschwerden verarbeiten müssten. Zufriedene Kunden, denen verspätete Lieferung des Fest nicht verhagelt hat, werden auch in Zukunft gerne bei Ihnen bestellen oder Ihren Shop weiterempfehlen.

Bestellfristen nicht kommunizieren

Das Argument gegen die offene Kommunikation von Bestellfristen ist üblicherweise, dass dem Shop Umsätze verloren gehen, weil Interessenten nach Ablauf der „sicheren“ Bestellfrist doch lieber bei einem Mitbewerber kaufen, der keine Fristen kommuniziert. Das mag stimmen, aber wiegt es auch den Ärger und die negativen Äusserungen auf, die enttäuschte Kunden ab dem 24.12. tätigen werden, wenn die Sendung noch nicht da ist? Wem die verspätete Lieferung erst das Fest versaut hat, der wird bestimmt nicht wieder bei Ihnen bestellen und macht seinem Ärger möglicherweise noch auf Facebook Luft.

Bestellfrist als Chance nutzen

Einen interessanten Weg beschreitet der Computerhersteller Apple. Am 11. Dezember wurden Bestandskunden per Newsletter über aktuelle Angebote informiert. An prominenter Stelle verspricht man die „Gratislieferung am nächsten Tag“ für alle Bestellungen, die bis zum 22.12. um 15:00 Uhr beim Händler eingehen.

Für Spätentschlossene ist das natürlich ein sehr attraktives Angebot, dem weder der Mindestbestellwert von 40 Euro, noch die Begrenzung auf vorrätige Artikel einen ernsten Abbruch tun. Apple kann dabei auf eine hervorragende Logistik mit einem Zentrallager in den Niederlanden und Zustellung per UPS zurückgreifen.

Durch diese aggressive Nutzung von attraktiven Bestellfristen umwirbt Apple ganz gezielt jene Käufer, die zuviel um die Ohren haben und sich erst spät für ein Geschenk entscheiden. Ich wage zu prognostizieren, dass so manches Last-Minute Weihnachtsgeschenk dieses Jahr mit dem Apple-Logo geziert sein wird.

Apple wird aggressiv mit sehr attraktiven Bestellfristen