Google Authorship-Information

Relevanz ist das A und O der Google-Suche und die zentrale Komponente, die Google die Führungsposition unter den Suchmaschinen einräumt. Google erweitert beständig sein Analyse-Instrumentarium um Signale für Relevanz zu finden. Vor noch nicht einmal drei Jahren verkündete die Suchmaschine, dass man künftig dem Autor eines Web-Textes besondere Relevanz beimessen würde. Webentwickler wurden aufgefordert, den jeweiligen Autor der Texte auf einer Website über ein maschinenlesbares Format zu hinterlegen. Google analysierte die Beiträge der Autoren und das Themenumfeld, in dem die Beiträge publiziert wurden. In den Suchergebnissen rückten die Websites, auf denen die Beiträge standen, in den Hintergrund. Stattdessen wurde ein Foto und die Autoren-Information prominent neben dem Titel eines Beitrags platziert. Der „Author Rank“ war geboren.

Gestern nun hat Google angekündigt, dass man dieser Angabe keine Relevanz mehr beimessen wird. Die Autorenbilder sind bereits vor einigen Wochen aus den Suchergebnissen verschwunden – nunmehr wurde angekündigt, dass das maschinenlesbare Format nicht mehr ausgewertet würde und auch der Autoren-Name aus der Suche verschwindet. Erhalten bleiben die Autoren-Angaben zunächst nur noch, wenn man (als Google-Nutzer) mit dem Autor des Artikels auf Google+ verbunden ist. Ob dies dauerhaft so bleibt, kann derzeit niemand außerhalb von Google sagen.

Google entwickelt Innovationen in atemberaubendem Tempo. Viele davon gelangen nie über einen geschlossenen Betatest hinaus, aber auch bei Angeboten und Funktionen, die der Öffentlichkeit zugänglich waren, scheut sich Google nicht, diese – auch gegen große Proteste wie im Falle des Google Reader – zu beenden. Die englischsprachige Wikipedia hat sogar eine eigene Kategorie für eingestellte Google Projekte. Im Falle des Author Rank führt Google primär geringere Relevanz als erhofft als Grund an, verbunden mit dem Hinweis, dass die Autorenbilder mitunter sogar zur Verwirrung beitrugen. Unter Online-Marketern wurde schnell die Vermutung laut, dass die Autorenbilder die Klicks auf bezahlte Google AdWords-Werbung verhinderten, auch wenn dies im Ankündigungspost explizit verneint wurde.

So bleibt nur die Spekulation, denn harte, belastbare Fakten hat Google nicht veröffentlicht. Es bleibt bei der alten Weisheit, die um so mehr auf Google zutrifft: es ist nichts so beständig, wie der Wandel.