Kennen Sie die zweitgrößte Suchmaschine der Welt? Nein, es ist nicht Microsofts glückloses Bing und auch nicht Facebook. Tatsächlich – der Betreff dieses Artikels legt es schon nahe – handelt es sich um YouTube. Auch wenn in Deutschland viele Filmclips wegen des schwelenden Dauerstreits mit der GEMA gesperrt sind, hat die Videoplattform doch eine marktbeherrschende Stellung erobert. „YouTube gucken“ ist bei der jüngeren Generation ein fester Bestandteil der Freizeitgestaltung und hat das klassische – lineare –Fernsehen vielfach schon in der Gunst weit überrundet.

Werbung auf YouTube

Wenig bekannt ist, dass YouTube auch als Werbeplattform verwendet werden kann. Natürlich sind klassische Werbeclips ein naheliegender Gedanke. Diese aber qualitativ hochwertig und professionell zu produzieren, erfordert nach wie vor viel Zeit und Geld. Ist man nicht Hersteller oder Exklusivdistributor, beziehungsweise ist man nicht mit 5-6 stelligen Werbebudgets gesegnet, fällt diese Werbeform daher weg. Aber auch für Onlineshops oder regionale Anbieter bietet YouTube attraktive Werbemöglichkeiten. Neben klassischer Bannerwerbung sind besonders die In-Video Display-Ads ein interessantes – und wenig genutztes – Werbemittel!

Hierbei wird ein grafisches Banner in das laufende Video eingeblendet. Das passiert aber nur bei solchen Videos, die thematisch auch zum Banner passen. Die Auswahl passiert dabei über hinterlegte Suchbegriffe. Gesteuert wird das Ganze bequem von der Verwaltungskonsole eines Google AdWords-Kontos, über das auch die Abrechnung erfolgt. In-Video-Anzeigen können dadurch parallel zu Kampagnen in der Google-Suche geschaltet werden. Auch für die Videokampagne werden Keywordlisten hinterlegt, Klickpreise festgelegt, Budgets verwaltet und die demographischen und geographischen Auswahlkriterien festgelegt.

Fallbeispiel

In-Video-Display-Ad

Für die Saison 2013 haben wir das Konzertprogramm der Burg Wilhelmstein in Würselen bei Aachen mit AdWords-Kampagnen unterstützt. Die Kampagnen starteten jeweils 4 Wochen vor einem Konzert und endeten 2 Tage vorher. Als regionale Ausrichtung haben wir 50 Kilometer rund um Aachen gewählt, einschließlich der belgischen Ostkantone und der niederländischen Provinz Limburg.

Sebastian Sturm & Exil Airline

Zu jedem Künstler gab es zahlreiche Videos auf YouTube zu sehen – teils vom Künstler oder dem jeweiligen Vermarkter autorisiert, teilweise von Fans eingestellt. Für jedes Konzert haben wir sowohl ein Begleitbanner im Format 320×250 Pixeln für die rechte Spalte neben dem Video angelegt, als auch ein 480×70 Pixel großes In-Video Banner. Als Suchbegriffe wurde der Name des Künstlers bzw. der Band, der aktuellen Veröffentlichungen sowie einige generische Begriffe (z.B. Konzert, Auftritt, Karten, Tickets, Aachen, live) hinterlegt.

Ergebnis

Die Konversionsraten – also die Werbeklicks, die zu Ticketverkäufen führten – waren mehr als doppelt so hoch, wie die der Textanzeigen in der Google-Suche. Insbesondere die Zahl der vorbereiteten Klicks – also der Klicks auf eine In-Video Werbung, der zu einem späteren Zeitpunkt nochmal der Klick auf eine Suchanzeigen-Werbung folgte – war überraschend hoch. Positiv wirkte sich die regionale und zeitliche Einschränkung auf die Klickpreise aus. Da quasi keine Konkurrenz existierte, lagen die Preise im Cent-Bereich.

Einschränkungen und Ausblick

So interessant diese Werbeform ist – eine große Einschränkung bedeutet die Tatsache, dass sie nur zur Verfügung steht, wenn der Eigentümer des jeweiligen Videos dieses zur „Monetarisierung“ freigegeben hat. Für denjenigen, der das Video hochgeladen hat, ist dies mit einigen Hürden verbunden, so dass noch lange nicht alle auf YouTube gespeicherten Videos für diese Werbeform zur Verfügung stehen.

Derzeit ist die In-Video Display-Ad noch eine vergleichsweise junge und günstige Werbeform. Mit steigender Beliebtheit wird die Konkurrenz der Werbeteibenden – und damit auch das Klickpreiseniveau – zunehmen. Empfehlenswert ist diese Werbeform für alle, deren Produkte oder Dienstleistungen auf YouTube vertreten sind.