Tipp 1: Bleiben Sie anonym

Das Impressum und die Kontaktseite eines Onlineshops sind vollkommen überbewertet. Verzichten Sie dabei bitte auf die Angabe eines Namens, einer Kontaktperson und unbedingt auch auf die Telefonnummer. Wer bei Ihnen online einkaufen will, muss nicht wissen, wer Sie sind und soll erst recht nicht mit Ihnen reden. Sonst hätten Sie ja auch ein Geschäft in der Fußgängerzone aufmachen können.

Tipp 2: Suchen Sie sich eine schlechte Domain

Der einfachste Weg, Kunden vom Kauf in Ihrem Onlineshop abzuhalten, sind schlechte Domains. Schlecht, weil sie nicht auszusprechen oder zu merken ist, weil sie viel zu lang ist, um sie zu tippen oder weil sie Verwechslungsgefahr birgt. Von einem negativen positiven Effekt auf Suchmaschinenrankings und Keywordrelevanz bei Adwords einmal ganz abgesehen.

Tipp 3: Machen Sie schlechte Produktfotos

Mit nichts kann man Kunden einfacher zurück in den stationären Handel oder zum Online-Mitbewerber vertreiben, als mit schlechten Produktfotos. Zu dunkel, zu unscharf, zu detailarm. Im Idealfall ist das Produkt selbst mit mehreren anderen Produkten dargestellt und gar nicht klar zu identifizieren. Pro-Tipp: Verwenden Sie auf keinen Fall freigestellte Fotos und Rundumansichten. Wir wollen den Besucher ja nicht zum Verweilen oder gar zum Kauf anregen.

Tipp 4: Schreiben Sie Produkttexte beim Hersteller oder Wettbewerber ab

Da Sie sich nicht von Wettbewerbern unterscheiden möchten, sollten Sie – wie alle anderen – unbedingt die Produkttexte vom Hersteller kopieren. Toll, wenn diese vor Marketing-Sprech strotzen und ja keine weiterführenden Informationen bieten. Google und Co freuen sich übrigens sehr über Duplicate-Content und belohnen im Ernstfall mit einem Downranking.

Tipp 5: Setzen Sie auf komplizierte Kategoriebäume

Lassen Sie den Besucher bitte möglichst lange nach dem gewünschten Produkt suchen. Perfekt geeignet sind hierfür komplizierte und undurchsichtige Kategoriebäume (in Onlineshops fälschlicherweise oft „Navigation“ genannt). Sie sollten inbesondere Kategorien möglichst mehrfach verwenden und unsinnig zusammenstellen. Pro-Tipp: Verzichten Sie auf eine Suchfunktion.

Tipp 6: Verlangen Sie Versandkosten

Wer hat nur dieses Gerücht in die Welt gesetzt, Versandkosten könnten ausschlaggebend für die Kaufentscheidung sein? Verlangen Sie möglichst Versandkosten, die Ihre Kosten komplett decken. Also Porto, Karton, Paketband, Füllmaterial, Paketaufkleber und die anteiligen Kosten für Personal und Strom. eCommerce-Profis verlangen übrigens Versandkosten, die über dem Warenwert liegen!

Tipp 7: Bieten Sie nur eine Zahlungsart an. Oder 10 verschiedene.

Studien sagen, über 40% der Besucher eines Onlineshops gehen wieder, wenn sie die von ihnen bevorzugte Zahlungsart nicht finden. Wer will sich schon mit 40% Kaufabbrüchen abfinden? Setzen Sie nur „Vorkasseüberweisung“ ein und Sie brauchen sich keine Gedanken über zu viele Bestellungen zu machen.

Das ist Ihnen zu einfach? Kein Problem! Sie können den (ehemals potentiellen) Käufer auch einfach mit schierer Vielfalt abschrecken. Bieten Sie jedwede Zahlungsmöglichkeit an, die Ihnen in den Sinn kommt – inklusive Wechsel versteht sich!

Tipp 8: Verzichten Sie auf Bewertungen

Kundenbewertungen sind nur etwas für schwächliche Onlineshopbetreiber. Da nur rund drei Viertel aller Onlineshopper Wert auf die Meinung anderer legen (man schaue sich einfach mal die Bewertungen bei Amazon an), können Sie darauf getrost verzichten. Das versteht sich natürlich nicht nur für die Bewertung von Produkten, sondern auch von Dienstleistungen oder dem Gesamteindruck mittels TrustedShops & Co.

Tipp 9: Nutzen Sie auf keinen Fall Google Adwords & Co.

Möglichst wenig Besucher werden Sie in Ihren Shop locken, wenn Sie ihn erst gar nicht bewerben. Bei Google Adwords kann man eh nur Geld zum Fenster rauswerfen und jeder Wettbewerber, der (vermeintlich) erfolgreich Ihre Produkte bewirbt, hat entweder einen Goldesel im Lager oder eine sehr, sehr persönliche Beziehung zu Google.

Tipp 10: Verzichten Sie auf Checkout- und Newslettermarketing

Es hat sich doch mal jemand in Ihren Shop verirrt und versehentlich bestellt? Bitte vermeiden Sie jede Form der Kundenbindung. Sie sollten dabei unbedingt darauf verzichten, die letzte Seite des Kaufs („Vielen Dank für Ihre Bestellung“) für Kundenbindung oder Hinweise auf Angebote oder Bewertungen (siehe oben) zu nutzen. Tipp: Nutzen Sie auf keinen Fall Newsletter als Marketinginstrument und vertrauen Sie Ihrem SocialMedia-Berater: SIE BRAUCHEN EINE FACEBOOK-SEITE!